Statement:Grüne: Klimaschutz nicht durch CCS ausbremsen
Der Bundestag hat mit den Stimmen von Union und SPD ein Gesetz verabschiedet, das die unterirdische Lagerung des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid im großen Stil erlaubt.
Der Bundestag hat mit den Stimmen von Union und SPD ein Gesetz verabschiedet, das die unterirdische Lagerung des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid im großen Stil erlaubt. Die sogenannte CCS-Technik ist auf niedersächsischem Landesgebiet durch Gesetz weiterhin unzulässig. Dazu sagen Britta Kellermann, umweltpolitische Sprecherin, und Marie Kollenrott, Sprecherin für Energie und Klimaschutz der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im niedersächsischen Landtag:
Britta Kellermann, umweltpolitische Sprecherin
CCS als Verlängerung fossiler Technologien einzusetzen, ist der falsche Weg und bremst den nötigen Wandel aus. CCS zuzulassen, wird dazu führen, Emissionen einzukalkulieren, anstatt sie zu vermeiden. Das wird gravierende Folgen für Klima, Ökosysteme und unsere Lebensgrundlagen haben. CCS ist teuer und kein Ersatz für den schnellen Ausstieg aus fossilen Energien. Der nachhaltigste Weg bleibt es, den Wandel der Wirtschaft entschlossen voranzutreiben, konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen und das Ziel der Klimaneutralität nicht aus den Augen zu verlieren. Klimaschutz darf nicht durch CCS ausgebremst werden.
Marie Kollenrott, Sprecherin für Energie und Klimaschutz
Die Bundesregierung sendet mit der Öffnung für CCS ein fatales Signal. Statt auf echten Klimaschutz zu setzen, werden mit der Verpressung von CO2 unter den Meeresgrund die notwendige Transformation der Industrie und der Ausbau der erneuerbaren Energien verschleppt. Anstatt CO2 aus Gaskraftwerken unterirdisch zu speichern, müssen die Kraftwerke auf Wasserstoff umgerüstet werden. CCS muss Industriezweigen wie der Zementindustrie vorbehalten bleiben, deren Emissionen nicht vermeidbar sind. Wer jetzt auf CO2-Endlager unter der Nordsee statt auf Wind und Sonne setzt, gefährdet unsere Klimaziele und verspielt wertvolle Zeit im Kampf gegen die Klimakrise.