Statement:Grüne: Gasbohrungen vor Borkum schwächen Klimaziele von Land und Bund, die fossilen Irrwege müssen ein Ende haben!

Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat den Sofortvollzug der Gasbohrungen vor Borkum erteilt.

Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat den Sofortvollzug der Gasbohrungen vor Borkum erteilt. Dazu sagen Anne Kura, Vorsitzende und Sprecherin für Naturschutz der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, und Marie Kollenrott, Sprecherin für Energie und Klimaschutz der Grünen-Landtagsfraktion:

Anne Kura, Vorsitzende und Sprecherin für Naturschutz der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen

Die fossile Gasförderung vor Borkum ist in Zeiten der Klimakrise unverständlich und ein großer Schaden für das Weltklima. Die Gasbohrungen schwächen die notwendigen und schon erzielten Erfolge der Reduktion von fossilen Energien durch erneuerbare Energien auf See und an Land.

Erst kürzlich hat die Bundesregierung bestätigt, dass es keine Gasmangellage mehr gibt. Jetzt aber nimmt es die Bundesregierung billigend in Kauf, dass die Gasbohrungen vor Borkum massive Schäden an Natur und Umwelt am Rand des Wattenmeers anrichten.

Das Wattenmeer ist ein einzigartiges Ökosystem und noch dazu UNESCO-Weltnaturerbe. Die Gasbohrungen gefährden diesen Status. Deswegen sind auch erhebliche Belastungen für den Tourismus in der Region zu befürchten.

Die Gasbohrungen vor Borkum lehnen wir auch weiterhin strikt ab, Deutschland braucht dieses Gas nicht. Wir fordern ein bundesweites Verbot neuer Gas- und Ölförderprojekte. Das Bundesbergrecht muss endlich an Klima- und Umweltziele angepasst werden, wie auch die Grünen-Bundestagsfraktion vorschlägt. Nur so können wir im Interesse von Klimaschutz, Natur und künftigen Generationen die fossilen Irrwege beenden. Pläne für fossile Energieförderung müssen gestoppt anstatt beschleunigt werden.

Marie Kollenrott, Sprecherin für Energie und Klimaschutz

In Niedersachsen machen wir, macht die rot-grüne Landesregierung große Fortschritte beim Ausbau erneuerbarer Wärme. Wärmepumpen, Speichertechnologien und die kommunale Wärmeplanung weisen den Weg hin zur Klimaneutralität und Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern. Genau dieser Aufbruch muss weiter unterstützt werden, Projekte zur Ausbeutung fossiler Energieträger dagegen schüren neue Unsicherheiten und verstoßen gegen die Klimaziele. Wenn wir das Klima schützen wollen, lassen wir das Gas im Boden.

Niedersachsen setzt mit seinem vom Landtag beschlossenen Klimagesetz auf einhundert Prozent erneuerbaren Strom und Wärme bis 2040. Deswegen müssen wir aus der Nutzung von Öl, Kohle und Gas aussteigen und keine neuen fossilen Gasfelder am Rande des Weltnaturerbes Wattenmeer erschließen. Wenn wir das Klima schützen wollen, lassen wir das Gas im Boden.

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