Statement GRÜNE: Fachkräftemangel an Schulen mit besseren Rahmenbedingungen begegnen

Statement zu TOP 16 b: „Offensive für mehr Unterrichtsversorgung – Kultusminister lässt Schüler im Regen stehen“ (Aktuelle Stunde FDP)

In der Debatte der Aktuellen Stunde zum Thema Unterrichtsversorgung sagt Julia Willie Hamburg, schulpolitische Sprecherin und Fraktionsvorsitzende:

In Niedersachsen fehlen Lehrkräfte - und diesem Fachkräftemangel können wir nur mit besseren Rahmenbedingungen begegnen. Deutlich ist, dass gerade bestimmte Schulformen unter diesem Fachkräftemangel leiden und das sind ausgerechnet diejenigen, deren Schüler*innen eine besonders gute Begleitung und Schulausstattung brauchen. Deshalb ist es entscheidend, gezielt diese Schulen mit Funktionsstellen und zusätzlichem Personal auszustatten und das Berufsbild aufzuwerten.

Modellprojekte lösen das Problem an unseren Schulen ebenso wenig wie Imagekampagnen. Wir haben kein Erkenntnis- sondern ein Handlungsdefizit. Auch die befristeten Stellen werden zunehmend zu einem Hemmnis, unterstützendes Personal zu finden und einzustellen.

Wir können die Lehrkräfte nicht von heute auf morgen backen - aber wir müssen heute die Vorsorge für die Zukunft treffen. So müssen bestimmte Lehrämter mehr ausgebildet werden, beispielsweise im Bereich der Sonderpädagogik oder der Berufsbildenden Schulen. Die Lehrkräfteprognosen müssen Trends besser abbilden, auch bevor sie beschlossen sind. Das Recht auf Ganztag macht dieses Problem erneut deutlich. Die Anerkennung im Ausland erworbener Abschlüsse läuft immer noch nicht rund. Der Ausbau multiprofessioneller Teams darf nicht nur angekündigt werden, sondern muss finanziell hinterlegt werden. Und zu guter Letzt gilt es, zu diskutieren, wie Schule sich verändert, wenn künftig ein Fünftel aller Lehrkräfte Quereinsteiger*innen sein werden. Denn das wird Schule verändern.

Der Kultusminister darf nicht nur Maßnahmen ankündigen und damit ungedeckte Schecks auf die Zukunft ausstellen, sondern muss den Ansagen Taten folgen lassen.

 

 

Zurück zum Pressearchiv