Rede Susanne Menge: Aktuelle Stunde (SPD) zur Verkehrspolitik
- Es gilt das gesprochene Wort -
Anrede,
Rot-Grün ist auf dem richtigen Weg. Wie die postfossile Mobilität bereits heute und in Zukunft aussehen wird, haben nicht nur wir in der Hand, sondern alle gesellschaftlichen Akteure. Die Politik, also wir hier im Saale, dürfen der Entwicklung nicht hinterherhinken.
Der Kollege Will hat die Aspekte einer progressiven Mobilitätspolitik, so, wie Rot-Grün postfossile Mobilität anpackt, genannt.
Sicher – Demokratie lebt durch die Diskussion und den Kompromiss. Unterschiedliche Parteien haben einen unterschiedlichen ideologischen Zugang zu den Dingen. Doch es ist meines Erachtens nicht nur unterschiedlichen Einstellungen geschuldet, warum Diskussionen um eine postfossile Mobilität und die Gestaltung unserer Zukunft für viele Menschen so schwer vorstellbar ist – für die Menschen aus Wirtschaft und Politik genauso wie für die Zivilbevölkerung.
Wir sind sozialisiert in einer Welt, die vom Auto bestimmt wird. Unsere Wegebeziehungen, unsere Art, Räume der Begegnung und Kommunikation zu nutzen, unser Sicherheitsbedürfnis, unsere Arbeit und die an sie gestellten Forderungen sind stark von der Mobilität mit dem Auto geprägt. Um es gleich vorweg zu sagen: Ich möchte hier für eine postfossile Mobilität reden, nicht gegen das Auto.
Pferd und Wagen wurden abgelöst vom Automobil. Die Arbeit des Hufschmieds, ebenso wie die der Kutschen- und Wagenanhängerproduzenten, in der – wie wir es heute nennen würden – in der Krise. Das Automobil hat sich bis heute durchgesetzt. Es bestimmt unsere Stadt- und Lebensplanung. Es hat fundamental unsere Art der Mobilität im Sinne des Fortbewegens durch Bewegung verändert.
Zukunftsforscher erforschen Reihe von Trends, aktuell sind es 23 Trends, die unsere Welt verändern. Kommunikation, Konsumentenverhalten, Urbanisierung, technische Entwicklungen, politische Trends, demografischer Wandel …
Uns interessieren so genannte Tipping Points: Diskontinuitäten, die das Potenzial haben, ganze Industrien zu verändern.
Der Motor: der unbewegte (und meist auch unentwegte) Beweger. Dass wir die Bewegung haben, ohne uns zu bewegen: Kein Traum hat uns mehr berauscht als dieser; kein Traum hat stärker alle Bereiche unseres individuellen und gesellschaftlichen Lebens durchdrungen seit wir vom Fahrrad umgestiegen sind ins Auto. Kein Traum hat zu mehr Unfällen geführt und uns auf solch fatale Weise gelehrt, was Träume schon immer sind: potenzielle Albträume.