Rede Ottmar von Holtz: „MINT-Fächer an Hochschulen stärken – Nachwuchs gewinnen und halten – Exzellenz unterstützen“
Rede zu TOP 6: Antrag (CDU) „Technische Universitäten stärken…“ / TOP 7 Antrag (SPD/Grüne) „MINT-Fächer an den Nds. Hochschulen stärken – Nachwuchs gewinnen und halten – Exzellenz unterstützen“
- Es gilt das gesprochene Wort -
Anrede,
liebe Kolleginnen und Kollegen der Opposition,
Sie weinen, weil Ihr Projekt, die NTH, nicht so funktioniert hat, wie Sie es sich erhofft hatten. Sie weinen, weil eine zuständige Ministerin handelt, da sie sieht, dass es so nicht weitergehen kann – mit dem NTH-Experiment.
Und was genau macht die Ministerin? Sie hört genau hin, sie hat sich das Gutachten der Wissenschaftlichen Kommission genau durchgelesen und ihre Schlüsse daraus gezogen. Etwas, was Sie offensichtlich noch nicht getan haben.
Ihr Antrag „Technische Universitäten stärken – Exzellenzinitiative nicht aufgeben usw.…“ ist ein einziges Klagelied, weil Sie es nicht ertragen, dass die NTH die Exzellenz nicht erreicht hat, für die sie einst geschaffen wurde.
Niemand will die Exzellenzinitiative aufgeben, im Gegenteil. Doch dass Exzellenz mit der NTH-Konstruktion nicht erreicht werden kann, das sollten auch Sie mittlerweile eingestehen, meine Damen und Herren der Opposition.
Der Weg, den wir einschlagen müssen, ist also ein anderer.
Natürlich müssen die drei betroffenen Hochschulen bei der Masterplanung zur zukünftigen wissenschaftlichen Kooperation unterstützt werden. Das erwarten wir von der Landesregierung, dass sie dies aktiv tut – und das wird sie auch.
Doch die Problemlage ist wesentlich umfangreicher: damit unsere Gesellschaft die Herausforderungen der Zukunft packen kann, brauchen wir vor allem innovative, technisch gut ausgebildete Fachkräfte, die mit neuen Ideen neue Wege gehen, damit wir in Zukunft
- energieeffizienter wirtschaften,
- ressourcenschonender produzieren und
- als Verbraucherin oder Verbraucher noch umweltbewusster und klimaschonender mit unseren Ressourcen umgehen
können.
Das heißt,
- wir müssen die MINT-Fächer stärken,
- wir müssen die Begeisterung an Mathematik, an Informatik, an den Naturwissenschaften bei jungen Leuten wecken, damit sie sich für diese Fächer entscheiden,
- wir müssen die Hochschulen bei ihren Anstrengungen unterstützen, Studierende in diesen Bereichen zu gewinnen,
- wir müssen mehr auf die Hochschuldidaktik schauen,
- wir müssen sicherstellen, dass die Begeisterung in den Hochschulen für die Fragestellungen, und für die Lösungen, die die MINT-Fächer bieten, anhält
- wir müssen einen besonderen Augenmerk auf den Mangel an weiblichen Nachwuchskräften im MINT-Bereich legen.
Und wir müssen auch, das gehört dazu, die Hochschulen stärken, die in diesen Fächern Angebote haben. Forschungsverbünde, enge Kooperationen und eine enge Vernetzung zwischen den technischen Hochschulen – das alles ist unabdingbar.
Im Übrigen, nicht nur zwischen den Hochschulen, auch eine Vernetzung in die Gesellschaft hinein gewinnt immer mehr an Bedeutung. Transdisziplinarität spielt heute eine ebenso wichtige Rolle bei der Lösung von Zukunftsfragen wie interdisziplinäres Arbeiten. Ohne den Blick über den Tellerrand geht heute kaum mehr etwas.
Grundlagenforschung ist gut und richtig – vielleicht kommt diese heute angesichts der hohen Drittmittelabhängigkeit sogar zu kurz. Aber am Ende müssen Innovationen auch eine Anwendung finden, müssen sie sich einfügen in andere Technologien. Denken Sie zum Beispiel an die Digitalisierung, die alle Bereiche durchdringt. Und, sie müssen auch auf Akzeptanz stoßen, sie müssen durch die Menschen angenommen werden.
Ihr Antrag, Herr Hillmer, greift da viel zu kurz, ist zu sehr auf die NTH fixiert. Lassen Sie uns ihren Antrag heute beerdigen und lassen Sie uns im Ausschuss lieber darüber unterhalten, wie wir die technischen Hochschulen insgesamt und den gesamten MINT-Bereich stärken können.
Vielen Dank!