Rede Maaret Westphely: Antrag FDP - Touristische Potenziale des Harzes erkennen, sichern und ausbauen!
- Es gilt das gesprochene Wort -
Anrede,
liebe Kolleginnen und Kollegen von der FDP, Ihre Not, Themen zu finden, in allen Ehren – aber: Sind wir beim Tourismus in Niedersachsen nicht gerade dabei, ein umfangreiches, ein ambitioniertes und vor allem ein ganzheitliches Paket umzusetzen, das wir erst im Herbst 2013 hier im Landtag beschlossen haben?
Ich möchte Sie an dieser Stelle um ein bisschen Geduld bitten: Geben Sie der Landesregierung angemessen Zeit, den Tourismus, nachdem er von ihnen sträflich vernachlässigt worden ist, wieder nach vorne zu bringen und den Rahmen zu füllen, den wir mit dem Antrag zum Landestourismuskonzept beschlossen haben. Bislang besteht aus unserer Sicht gar kein Anlass, Teile des Landtagsbeschlusses in Frage zu stellen.
Es gibt aus unserer Sicht auch keine Notwendigkeit weiter Zeit mit Bestandsaufnahmen und deren Bewertung zu verschwenden. Wir und auch die Akteure im dem Westharz wissen, wie und mit welchen Schwerpunkten wir den Tourismus im Harz verbessern können. Jetzt ist es an der Zeit, den Rahmen für die Förderung neu aufzustellen und gute Projekte am besten gemeinsam mit mehreren Akteuren zu konzipieren, weiterzuentwickeln und diese umzusetzen.
Ich will ganz ehrlich sein: ich halte nicht so viel von bayrischen Almhütte auf dem Torfhaus - wer beim Wandern aus der Ferne Jodlern zuhören will, der nimmt lieber das Original und fährt in die Alpen.
Gute Projekte für den Harz sollten anknüpfen an das große Potential und an die regionale Identität. Denn wir verfügen im Harz über herausragende historische und naturräumliche Attraktionen, die einmalig sind. Unsere Oberharzer Wasserwirtschaft ist ein weltweit einmaliges Wasserleitsystem, die Goslarar Altstadt und das Erzbergwerk Rammelsberg, die das Unesco-Welterbekommitee in die Liste des Welterbes aufgenommen hat. Diese – herausragenden Orte finden gerade einmal eine kurze Erwähnung in der Begründung des Antrags. Das wird ihrer außergewöhnlichen Bedeutung für die Menschheitsgeschichte und daher auch ihrer Bedeutung für die Attraktivität – auch für den Tourismus – überhaupt nicht gerecht.
Anrede,
der Antrag ist überhaupt weder sauber recherchiert noch anständig durchdacht: Er enthält unsinnige Ideen (wie soll die Verbindung von Skigebieten topografisch funktionieren!?), er enthält falsche Angaben (der Harzer Tourismusverband wird schon seit Jahren nicht mehr vom Land finanziert) und er enthält bereits erledigte Aufgaben (Bedarfsanalysen sind im Rahmen der Masterpläne durchgeführt und abgeschlossen worden).
Wie schade, dass Sie, sehr geehrte Damen und Herren von der FDP, es versäumt haben, im vergangenen Herbst Ihre Ideen rechtzeitig im Rahmen der Diskussion rund das Tourismuskonzept einzubringen. Da hatten wir sie eingeladen, mit uns die Rahmenbedingungen für eine gute Tourismuspolitik zu definieren.
Rot-grün hat ein ehrgeiziges Paket für den Tourismus in Niedersachsen auf den Weg gebracht. Jetzt ist die Zeit, diese Vorhaben umzusetzen.
Schließen möchte ich mit dem Zitat eines unbekannten Autors auf Afrika:
„Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.“
Danke für Ihre Aufmerksamkeit!