Rede Ina Korter: „Übergang Schule - Beruf“: Schule und Ausbildungssystem noch besser zusammenbringen - Fachkräftenachwuchs weiterhin sichern - Ausbildungsschleifen vermeiden

Landtagssitzung am 17.02.2011

Ina Korter, MdL

Anrede,

ich freue mich, dass sich auch die Regierungskoalition des Themas "Übergang von Schule in den Beruf" annimmt.

Schön, dass auch CDU und FDP jetzt endlich die Berufsorientierung in allen Schulen des Sekundarbereichs I stärken will.

Ich hoffe, das ist auch ernst gemeint, denn zu allen Schulen des Sek I- Bereichs gehören auch die Gymnasien.

Bisher haben Sie ja unsere Vorschläge zur konsequenten Berufsorientierung für alle Schulen, die wir im April 2010 bereits in den Landtag eingebracht haben,  für überflüssig erklärt und reflexartig ablehnen wollen.

Von Unsinn und Tunnelblick hatte der Kollege Klare hier gesprochen, Herr Försterling von der FDP hatte unsere Vorschläge als kopflos bezeichnet und sich in der ihm eigenen zynischen Weise darüber amüsiert, ob wir jetzt auch die Gymnasiasten ab Klasse 8 an die Hand nehmen wollten, bis sie  in Studium oder Ausbildung gelangt seien.

Und jetzt nehmen Sie gerade diese beiden Forderungen aus unserem Antrag, die Sie doch so überflüssig und lächerlich fanden, selbst auf.

Wenn Sie jetzt auch die Gymnasien in das Konzept aufnehmen, würde ich das gerne unter lernfähig verbuchen.

Vielleicht haben Ihnen ja die Stellungnahmen sämtlicher Wirtschaftsverbände, die in der Anhörung zum Schulgesetz diesen unseren Antrag massiv unterstützt haben, zu denken gegeben.

Ich kann es nur hoffen!

Denn ein besserer Übergang von der Schule in den Beruf ist dringend erforderlich.

Das zeigt die große Zahl der Jugendlichen, die dabei immer noch große Schwierigkeiten haben oder sogar scheitern.

Ihr  Antrag, meine Damen und Herren von CDU und FDP,  setzt aber wieder nur auf Projekte.

Sie setzen wieder einmal auf einen Flickenteppich von Einzelmaßnahmen.

Damit wollen Sie den Anschein erwecken, dass Sie etwas unternehmen.

Aber viele Jugendliche werden wieder durch die Löcher in diesem Flickenteppich fallen.

Die Antragsteller weisen selbst in der Antragsbegründung darauf hin, dass einige der Projekte bereits wieder ausgelaufen sind.

Wichtig, Anrede,  ist ein flächendeckendes Konzept- ein ehrgeiziges Konzept, wie wir es zum Beispiel jüngst aus Hamburg vorgestellt bekommen haben im Ausschuss.

Alle Schulen müssen den Auftrag und die Mittel dafür bekommen, ihre Schüler beim Übergang in eine Berufsausbildung zu unterstützen.

Dafür haben wir im April 2010 unseren umfassenden Antrag vorgelegt, dem CDU und FDP nun hoffentlich zustimmen werden.

Es ist sicher richtig, auch EU-Mittel für die Unterstützung des Übergangs von der Schule in den Beruf zu nutzen.

Es gibt für diese Maßnahmen ja auch eine ganze Menge Bundesmittel und Mittel der Bundesagentur für Arbeit.

Vor allem aber muss auch die Landesregierung eigene Mittel und eigene Ideen einbringen.

All die Projekte und Maßnahmen müssen zu einem abgestimmten Gesamtkonzept für Niedersachsen gehören, das über den beschriebenen Flickenteppich hinausgeht.

Und ihre Wirksamkeit muss regelmäßig überprüft werden.

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