Rede Ina Korter: Schullandschaft neu gestalten - Vorfahrt für den Elternwillen

 

Anrede,

die Linke versucht mit ihrem Antrag, eine Antwort auf die aktuellen Herausforderungen der Schulentwicklung in Niedersachsen zu geben.

Einige der Forderungen sind zweifelsohne richtig, zum Beispiel die nach der Senkung der Zügigkeit für neue Gesamtschulen.

Richtig ist auch, dass der Bestandsschutz für die Haupt- und Realschulen aufgegeben muss. Es darf nicht sein, dass diese Schulformen um jeden Preis auch dann aufrecht erhalten werden, wenn sich vor Ort keine Eltern mehr finden, die ihre Kinder dort hinschicken wollen.

Aber uns reicht das nicht!

Die Forderungen bleiben zu sehr in den Vorgaben des gegliederten Systems verhaftet, weil Sie offensichtlich bereits mitdenken in Ihrem Antrag,  was sie glauben aktuell gegen CDU und FDP – Politik durchsetzen zu können.

Aber das ist der Grünen- Fraktion nicht ehrgeizig genug!

Wir wollen keine starren Zügigkeitsvorgaben für gemeinsame Schulen mit Mindestgrößen, die in der ländlichen Region weiter ein Ausschlusskriterium bleiben.

Schulen sind nicht automatisch besser, wenn sie ein bestimmte Größe oder Zügigkeit haben, sondern wenn sie ein ambitioniertes pädagogisches Konzept verfolgen und engagierten und guten Unterricht machen.

Das kann man auch in kleineren Schulen und gerade  das wird angesichts des demografischen Wandels immer wichtiger!

Sicher ist es wichtig, dass eine Gesamtschule auch eine Oberstufe hat um attraktiv zu sein, aber das darf kein Verhinderungsargument für die ländliche Region sein. Denkbar sind doch für solche Fälle auch Lösungen mit kooptierten Oberstufen oder Oberstufenzentren, die eine breite Profilwahl anbieten.

Ein Blick auf Finnland beweist, dass es geht!

Es ist richtig:

Wir brauchen für eine Neuausrichtung der Schullandschaft in Niedersachsen viel mehr äußere Freiheiten bei der Einrichtung und Entwicklung neuer Schulen, aber wir brauchen auch mehr pädagogische Freiheiten und Unterstützung innerhalb der Eigenverantwortlichen  Schulen, damit sie alle die Qualitätsstandards erfüllen können, die für uns unverzichtbar sind:

Individuelle Förderung,

Inklusion,

Verantwortung für den Bildungserfolg jedes Kindes mit einem Abschluss, der in unterschiedlicher Lernzeit erreicht werden kann, 

Verantwortung für den Anschluss

und eine Pädagogik der Wertschätzung, die auf beschämende Instrumente wie Abschulung und Sitzenbleiben verzichtet.

Das sind unsere Forderungen an die Landesregierung, weil für uns die Kinder im Mittelpunkt stehen und nicht der ideologisch motivierte Kampf um den Erhalt eines ständischen Schulsystems, das die Bildungsprivilegien für einige wenige reservieren soll.

Kinder brauchen eine Schule, in der sie mit und am Erfolg lernen, in der sie ihre Stärken ausbauen können und erfahren, was sie können!

Dann sind sie fit für die Zukunft!

Anrede,

einen  Konsens und Verlässlichkeit in der Schulpolitik, das wünschen sich Eltern schon lange und erst recht die Schulträger in Niedersachsen..

Wir legen dazu gern unsere Vorstellungen vor.

Aber für einen Schulfrieden auf Minimalniveau  als Billigmodell sind wir  Grünen nicht zu haben.

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