Rede Ina Korter: Fitnesslandkarte: immenser Aufwand, wenig Ertrag

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Anrede,
Fitnesstest – eine unendliche Geschichte, Pannen. Verunsicherung. Verzögerungen, Missverständnisse: Busemanns Projekt bleibt in der Kritik –
titelt die HAZ am 16.Februar.
Und im Kommentar heißt es:
"Wer mit einem so großen Aufwand die Diagnose betreibt, der muss aber auch einen Weg für die Therapie anbieten. (”¦)Der Kultusminister muss passen; es gibt leider kein Geld für neue Sportlehrer.
An die Eltern aber hat man das Thema unprofessionell herangetragen – Pleiten, Pech und Pannen beim Test verschreckten selbst Wohlmeinende."
Die Braunschweiger Zeitung spricht in ihrem Kommentar am gleichen Tag vom
"Fest der Bürokraten".
"Niedersachsens Schüler haben einen Mangel an Bewegung, die Landespolitiker hingegen keinerlei Mangel an Aktionismus", das seien die 2 hervorstechenden Erkenntnisse des Tests, heißt es dort. Und weiter:
"Beide sind keine Überraschung, und beide sind weder die Zeit, den Ärger noch die Kosten wert, die diese Festspiele von der Leine gelassener Bürokraten verschlingen."
Auch den Kommentar der Nordwestzeitung möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:
"Nicht lamentieren" heißt es dort.
"Technikprobleme, Datenschutzpannen und immer wieder Verzögerungen – die Geschichte der Fitnesslandkarte ist eine Geschichte von Pleiten.
(”¦) Endlich liegen Ergebnisse vor. (”¦) Um die Gesundheit und Kondition niedersächsischer Schüler ist es nicht gut bestellt. Ein trauriger Zustand, den Busemann zu Recht beklagt.
Doch was nützt das Lamentieren, wenn keine Konsequenzen gezogen werden. Mehr Sportunterricht und besser ausgebildete Lehrer scheinen dringend notwendig. Doch dafür fehlt dem Land das Geld. Mit den geplanten Arbeitsmappen, Handreichungen und Chiplisten hält der Minister seine Bürokratie auf Trab, weniger die Schüler. Es reicht nicht, zu wissen, dass Harburger besser Sackhüpfen als Wittmunder. Jetzt muss gehandelt werden."
Meine Damen und Herren, Herr Minister Busemann,
das ist genau der Punkt.
Sie verkünden mit großem Brimborium, wie schlecht es um die Fitness der Niedersächsischen Schülerinnen und Schüler aussieht und klagen an – und dann - - - kommt nichts.
Ist Ihnen denn nicht klar, dass Sie - und niemand sonst - seit 3 Jahren als zuständiger Minister die Verantwortung für den Sportunterricht an den Schulen genauso wie für Gesundheitserziehung tragen?
Das schlechte Ergebnis fällt in Ihren Verantwortungsbereich.
Sie haben auf dem Gebiet der Sportförderung in den Schulen versagt.
Sie haben die dritte Sportstunde abgeschafft und die Mittel für die Kooperationen zwischen Schule und Verein zusammengestrichen.
Jetzt sagen Sie ganz schnell eine kleine Aufstockung zu, reichen wird die nicht.
Das Konzept Bewegte Schule wird von Ihnen nicht vorangetrieben, genau so wenig wie der Wettbewerb Jugend trainiert für Olympia.
Auf meine Fragen zum Ausfall von Sport- und Schwimmunterricht in einer Kleinen Anfrage offenbaren Sie einen Grad an Unkenntnis, der für einen Fachminister untragbar ist.
Herr Busemann, Sie haben keine Ahnung, was an Sport- und Schwimmunterricht ausfällt, der Bereich Förderschulen und Berufsbildende Schulen kommt bei Ihnen im Zusammenhang mit Sport erst gar nicht vor.
Wer so wenig über seine Ressorts weiß, muss sich fragen lassen, ob er der richtige Mann dafür ist.
Herr Busemann, die einzige sportliche Leistung, die Sie hingekriegt haben, ist:
Sie haben sich mit Ihrer Fitnesslandkarte ein sattes Eigentor geschossen und dazu noch ein teures.
Geben Sie dieses bürokratische Monstrum auf, sorgen Sie für ausreichenden und qualifizierten Sportunterricht, holen Sie Trendsportarten in die Schulen,
sorgen Sie für gute Fortbildungen bei den Sportfachkräften,
setzen Sie neue Modelle wie die tägliche Sportstunde für die Grundschule oder die Bewegte Schule um,
dann haben Sie viel Papier und Bürokratie gespart.
Um mit dem Landessportbund zu schließen:
Wir haben kein Erkenntnisdefizit, wir haben ein Handlungsdefizit!

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