Rede Ina Korter: (Antrag FDP) Kein Bildungsabbruch in Niedersachsen - Alle Ressourcen bleiben in der Bildung
- es gilt das gesprochene Wort -
Anrede,
zum Antrag der FDP “Alle Ressourcen bleiben in der Bildung“ möchte ich nur kurz aus der dpa Meldung vom 13.6. zitieren: Dort heißt es unter der Überschrift: „Trotz Sparzwang: Finanzminister will 2014 mehr Geld für Bildung“:
„Bildung und Wissenschaft sollen im Haushalt des Landes Niedersachsen für 2014 von strengen Sparauflagen ausgenommen bleiben. Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (SPD) kündigte für das kommende Jahr an, trotz der klammen Haushaltslage, wachsender Ausgaben und sinkender Schülerzahlen keine Lehrerstellen streichen zu wollen.“
Ich denke, Anrede, die Absicht der rot-grünen LR ist damit klar ausgedrückt. Bildung ist ein besonderer Schwerpunkt für uns. Wofür genau wir aber die Mittel im nächsten Haushalt einsetzen, das müssen Sie uns schon überlassen, dass aber wird der Landtag dann entscheiden.
Nun zum Antrag der CDU:
Es ist schon interessant, dass die CDU, statt Vorschläge zu machen, was gemacht werden kann, damit die Schule besser wird, ihre Oppositionsarbeit ausschließlich mit Anträgen beginnt, was nicht gemacht werden soll.
Tatsächlich handelt es sich bei Ihren Argumenten in diesem Antrag durchweg um uralte Hüte.
Wer noch immer behauptet, Deutschland könnte mit modernen Formen der Leistungsüberprüfung im internationalen Wettbewerb nur „im Mittelmaß enden“, der sollte doch 12 Jahre nach Erscheinen der ersten PISA-Studie endlich begreifen, dass Deutschland sich dort bereits befindet.
Das Pisa- Spitzenland Finnland aber kennt kein Sitzenbleiben und keine Abschulung und Zensuren werden dort auch erst ab der 7. Klasse erteilt.
Anrede,
der Schulforscher John Hattie hat kürzlich auf der Grundlage von 800 Metastudien und 50.000 Einzelstudien untersucht, welche Faktoren zum Lernerfolg beitragen und welche nicht.
Er hat eine Skala von 138 Einzelfaktoren aufgelistet und diese bewertet von „äußerst wirksam“ bis „schädlich“.
Auf den allerletzten Plätzen finden sich dort – unter der Kategorie „schadet“ die Maßnahmen „Nicht-Versetzen“ und „Schulwechsel“, also Abschulung.
Anrede,
Sitzenbleiben und Abschulung sind tief in der deutschen Schultradition verankert, aber Sie werden kaum noch einen ernsthaften Schulforscher finden, der Belege dafür liefert, dass diese Maßnahmen nützen – ganz im Gegenteil.
Auf dem ersten Platz in Hatties Rangfolge der erfolgreichen Faktoren findet sich dagegen „Vertrauen der Schüler in die eigene Leistung“.
Dieses Vertrauen wird aber nur aufbauen, wer an den Stärken anknüpft, statt ständig die Defizite zu betonen.
Weitere wichtige Erfolgsfaktoren sind „Altersgerechtes Unterrichten“, „Klarheit der Lehrperson“, „Fortlaufende Überprüfung des Unterrichtserfolgs“ und „Feedback an den Lehrer“.
Anrede,
Lernerfolg und Leistung werden sich nur entwickeln durch einen guten Unterricht.
Daran werden wir arbeiten, und daran wird uns Ihr Antrag ganz gewiss nicht hindern.