Rede Heiner Scholing: Antrag (CDU) zum Lehrermangel

- Es gilt das gesprochene Wort -

Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren,

Wir nehmen die Herausforderungen zur Sicherung der Unterrichtsversorgung an. Ihren Antrag ernst zu nehmen fällt da schon schwerer.

Eigentlich müssten sie ihren Antrag ja selbst zurückziehen. Denn mittlerweile gehen sie ja von 1 Millionen nicht erteilten Lehrerstunden aus. In der aktuellen Stunde haben wir zur genüge darauf hingewiesen, dass dies ein fahrlässiger Umgang mit statistischen Angaben ist.

Konkrete Vorschläge – Fehlanzeige! Das zieht sich bei ihren Versuchen, das Thema Unterrichtsversorgung auszuschlachten, durch.

Ich werfe mal einen Blick auf ihre Forderungen:

Zu Punkt 1:

Die CDU fordert ein Konzept zur Sicherung der  Unterrichtsversorgung bis zum Jahr 2025.  Stellen sie sich bitte mal vor, solch ein Konzept wäre im Jahr 2006 erstellt worden. Es wäre nicht das Papier wert, auf dem es ausgedruckt worden wäre. Sie hätten den Rückgang der Schülerzahlen fortgeschrieben, Qualitätsverbesserungen nicht eingeplant und hätten sich so eine nette, kleine Welt gebastelt.

Zu Punkt 2:

Die CDU fordert, dass Maßnahmen zur Unterrichtsversorgung nicht zu einer Verschiebung des Mangels auf spätere Jahre führen dürfen.

Auch das ist grundsätzlich richtig, aber es ist vollkommen unkonkret und hilft deswegen nicht weiter. Es ist auch gar kein Vorschlag, was getan werden sollte, sondern eine Aussage, was nicht getan werden soll.

Zu Punkt 3:

Die CDU fordert kreative Konzepte, um Lehrkräften den Lehrkräften die Vorteile einer Beschäftigung in Niedersachsen nahe zu bringen.

Hier bleibt vollkommen unklar, was die CDU eigentlich meint. Wollen sie Weihnachts- und Urlaubsgeld versprechen? In solche Vorschläge würde ich aber den Schattenfinanzminister dringend einbeziehen.

Lehrermangel ist kein niedersächsisches Phänomen.
Zu Punkt 4:

Die CDU fordert Anreize, wie die Tätigkeit an Schulen in ländlichen Regionen attraktiver gemacht werden soll.

Konkret klingt auch das nicht!

Zu Punkt 5:

Die CDU fordert umgehende Entlastungen für die Lehrkräfte und Schulleitungen an den Grundschulen.

Auch hier bleibt die CDU jeden konkreten Vorschlag schuldig.

Wir arbeiten bereits intensiv daran, und kümmern uns um den Arbeitsplatz Schule – insbesondere den Arbeitsplatz Grundschule.

Zu Punkt 6:

Die CDU fordert eine unabhängige Arbeitszeitanalyse und Konsequenzen für mögliche Veränderungen der Arbeitszeit- und Besoldungsstruktur.

Auch das klingt reichlich blumig und wenig konkret.

Die von der Ministerin in Auftrag gegebene Online-Befragung liefert sehr wertvolle Hinweise zum Arbeitsplatz Schule. Die Ergebnisse stellen eine sehr gute Grundlage für die weitere Auseinandersetzung und für die Planung notwendiger Maßnahmen dar.

Wenn man den CDU-Antrag durchgeht, bleibt kein einziger Punkt, der Substanz hätte.

Diesem Antrag kann nicht zugestimmt werden.

 

 

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