Rede Heiner Scholing: Antrag (CDU) zu Lehrermangel

- Es gilt das gesprochene Wort -

Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben bereits am Mittwoch über die Unterrichtsversorgung in Niedersachsen und den Mangel an Lehrkräften auf dem Arbeitsmarkt gesprochen.

Ich verzichte darauf, noch einmal daraufhin zu weisen, dass wir heute mehr Lehrkräfte in den Schulen haben und mehr Unterricht erteilt wird als jemals in der Regierungszeit von CDU und FDP.

Ich verzichte darauf, noch einmal darauf hinzuweisen, dass die Lehrkräfte, die uns heute fehlen, ihre Ausbildung vor 6 Jahren hätten antreten müssen.

Ich möchte heute stattdessen auf einzelne Punkte des CDU-Antrages eingehen.

Überschrift: Konkrete oder gar kreative Vorschläge? Fehlanzeige!

Dazu einige Beispiele:

Sie fordern ein Konzept zur Sicherung der Unterrichtsversorgung für den Zeitraum bis 2025. Stellen Sie sich bitte mal vor, sie hätten im Jahr 2007 ein solches Konzept für den Zeitraum bis 2016 erstellen lassen. Hätten Lehrerstellen für qualitativ gut ausgestattete Ganztagschulen eingestellt? Für Inklusion?

Diese Forderung hilft in unserer heutigen Situation  nicht weiter.

Sie fordern kreative Konzepte für einen bundesweiten Wettbewerb um die raren Lehrkräfte. Blumig formuliert aber leider unkonkret.

Meinen Sie, dass es uns wirklich weiterhilft, wenn die Bundesländer jetzt anfangen, sich gegenseitig die Lehrkräfte abspenstig zu machen? Gewinner eines solchen Wettstreits würden eher die finanzkräftigeren Länder sein.

Sie fordern Anreize für die Tätigkeit in ländlichen Regionen. Konkrete Vorschläge: Fehlanzeige.

Sie fordern, umgehend für die Lehrkräfte an Grundschulen und insbesondere für die Schulleitungen Entlastungen umzusetzen. Auch hier bleiben Sie bemerkenswert unkonkret. In Ihrer Regierungszeit haben Sie den Grundschullehrkräften und insbesondere den Grundschulleitungen Entlastungen verweigert. Und Überlastungsanzeigen sind keine Erfindung dieser Landesregierung.

Schließlich fordern Sie eine unabhängige Arbeitszeiterhebung und Konsequenzen für die Arbeitszeit- und Besoldungsstruktur. Wir kümmern uns um den Arbeitsplatz Schule. Und sie können sich sicher sein, dass wir hier einen Prozess initiieren, der Wirkung zeigen wird.

Aber Sie bleiben auch in diesem Punkt Ihres Antrages vollkommen unkonkret. Welche Veränderung der Arbeitszeit- und Besoldungsstruktur schlagen Sie denn vor?

Da legen Sie sich lieber nicht fest, denn Sie könnten an Ihren Vorschlägen ja irgendwann einmal gemessen werden.

Aus Ihrem Antrag kann man nicht erkennen, dass Sie fähig und in der Lage wären, auch nur ein einziges Problem in unseren Schulen zu lösen.

 

 

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