Rede Hans-Joachim Janßen: Verbesserung der Schutzgebietsbetreuung vor Ort durch Ökologische Stationen
- Es gilt das gesprochene Wort -
Anrede,
Es ist eine große Herausforderung, Schutzgebiete für bedrohte Tier- und Pflanzenarten und für Lebensräume mit besonderer Artenvielfalt auszuweisen. (Was die Sicherung von Natura 2000-Gebieten angeht, ist Niedersachsen zwar auf einem guten Weg, hat aber durchaus noch einigen Nachholbedarf – das hat auch die EU-Kommission mit der Einleitung des Vertragsverletzungsverfahrens deutlich gemacht)
Es ist die andere große Herausforderung, dafür zu sorgen, dass in diesen Gebieten die Schutzziele auch tatsächlich erreicht werden. Dass sich beispielsweise bedrohte Bestände von Brutvögeln stabilisieren und erholen können. Dass sich intensiv genutzte Flächen wieder zu artenreichen Wiesen und Weiden entwickeln können. Dazu brauchen wir qualifizierte Pflege- und Erhaltungspläne, Managementpläne für den Erhalt und die Entwicklung unserer natürlichen Vielfalt.
Und:
Dafür brauchen wir ein gutes Schutzgebietsmanagement vor Ort, das sich nicht nur im Klein-Klein des einzelnen Schutzgebiets bewegt sondern eine gebietsumfassende Betreuung möglich macht.
Hier leisten die Ökologischen Stationen in Trägerschaft ehrenamtlicher Naturschutzorganisationen schon jetzt hervorragende Arbeit. Sie kümmern sich um die Bestandserfassung von Flora und Fauna, um Planung und Umsetzung von konkreten Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen, um den Dialog mit der Landwirtschaft und sie sind wichtige Ansprechpartner vor Ort, die die Menschen über Naturschutz und Artenvielfalt informieren.
Ich bin sehr froh, dass wir den praktischen Naturschutz vor Ort mit diesem Antrag gemeinsam mit SPD und CDU stärken und dauerhaft absichern. Im letzten Jahr hat Rot-Grün über die politische Liste die Finanzierung der Ökologischen Stationen aufgestockt – mit dem Doppelhaushalt 2017/2018 sichern wir diese Mittel nun dauerhaft ab. Damit haben die bestehenden ökologischen Stationen eine solide Arbeitsgrundlage für die nächsten Jahre.
Dabei soll es längerfristig allerdings nicht bleiben. Es gibt zahlreiche Großschutzbereiche in der Gebietskulisse Natura-2000, die bislang nicht so integrativ durch ökologische Stationen betreut werden. Ich denke da z. B. an die Hamme- und Wümme-Niederung, ein Großschutzgebiet von nationaler Bedeutung, aber auch z.B. an die großen Natura-2000-Gebiete an der Küste, denen bislang ein Pflege- und Erhaltungsplan fehlt und die insbesondere des Monitorings und der intensiven Kommunikation der Schutzziele vor Ort bedürfen.
Insofern, meine Damen und Herren, ist uns der Punkt 2 der der Entschließung wichtig: Wir wollen langfristig eine qualifizierte Betreuung aller größeren Schutzgebiete erreichen und so dem Naturschutz, dem Schutz der heimischen Arten und Lebensgemeinschaften tatsächlich den Schutz zukommen lassen, der erforderlich ist, um die naturraumtypische Vielfalt in Niedersachsen zu erhalten und zu fördern – vom Wattenmeer bis zum Harz und genauso z.B. im Solling. Niedersachsens Natur ist vielfältig und das wollen wir uns und nachfolgenden Generationen erhalten. Ökologische Stationen sind ein Baustein dafür! Schön, dass wir ihn gemeinsam mit der CDU einsetzen.
Vielen Dank!