Rede Hans-Joachim Janßen: Antrag (CDU) zur Forstförderung

- Es gilt das gesprochene Wort -

Anrede,

Waldwirtschaft ist auf Langfristigkeit angelegt. Wer heute einen Waldbestand neu anpflanzt, dürfte daraus selbst kaum einen wirtschaftlichen Nutzen ziehen. Das kann dann die nächste und manchmal auch erst die übernächste Generation tun.

Deshalb ist gerade beim Wald die Verlässlichkeit auch der politischen Rahmenbedingungen besonders entscheidend. Waldpolitik muss langfristig angelegt sein. Deshalb freue ich mich, dass es in intensiven Beratungen gelungen ist, einen gemeinsam von allen Fraktionen getragenen Antrag zu erarbeiten. Das ist ein forstpolitischer Kompromiss, der den Waldbäuerinnen und Waldbauern ein hohes Maß an Verlässlichkeit bei der Forstförderung des Landes bietet.

Anrede,

um diesen Kompromiss zu erzielen, haben sich alle bewegt und ich meine, das Ergebnis ist es wert: Die CDU ist von ihrer Forderung abgerückt, dass Anpflanzungen bereits ab einem Laubholzanteil von 30% förderfähig sein sollen und trägt jetzt die Erhöhung auf einen Mindestlaubholzanteil von grundsätzlich 50% mit. Auch bei der uneingeschränkten Förderfähigkeit der Douglasie ist die CDU auf uns zu gekommen.

Anrede,

ich räume gerne ein, dass auch wir Grünen uns bewegt haben. Wenn die maximalen 50% Nadelbaumanteil aus der Baumart Douglasie bestehen, dann kann eine solche Anpflanzung auch künftig gefördert werden. Das ist zweifellos ein Kompromiss, denn die reine Lehre einer ökologisch ausgerichteten Forstförderung wäre es gewesen, die Douglasie vollständig von der Förderung auszuschließen. Dieser vollständige Ausschluss gilt jedoch noch für Nationalparke, Biosphärenreservate, besonders geschützte Biotope und wenn Wald-Lebensraumtypen in FFH-Gebieten betroffen sind.

Anrede,

eine Förderung ist nur dann wirkungsvoll, wenn sie Anreize für ein gewünschtes Verhalten setzt. Im Falle der Douglasie bedeutet das: Wir haben auch unter ökologischen Gesichtspunkten nichts davon, wenn Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer lieber vollständig auf eine Förderung verzichten und dann 100% Nadelbäume anpflanzen. Da ist es allemal sinnvoller, die Hürde hinsichtlich des Laubbaumanteils etwas niedriger zu legen und zu sagen 50% Laubholzanteil reicht, um in den Genuss einer Förderung zu kommen. 50% von X ist besser als 100% von nix. Und wer mehr macht, wer mehr als 50% ökologisch vorteilhaften Laubwald pflanzt, der soll auch eine höhere Förderung bekommen.

Anrede,

auch beim Thema Förderung des forstlichen Wegebaus ist uns meines Erachtens ein guter Kompromiss gelungen. Unter 4. heißt es im gemeinsamen Änderungsantrag, dass ein den forstlichen Anforderungen entsprechendes Wegenetz im Wald gefördert werden soll. Die Definition steht in der Begründung und ist dem GAK-Rahmenplan entnommen: Das Wegenetz entspricht dann den forstlichen Anforderungen, wenn pro Hektar Wald 45 laufende Meter Waldweg vorhanden sind. Dieser Wert ist fast überall erreicht, so dass klar ist: Von ganz wenigen Einzelfällen vielleicht abgesehen, geht es nicht um den Neubau von Waldwegen, sondern um die Befestigung vorhandener Wege.

Anrede,

wir alle sind mit diesem gemeinsam von allen Fraktionen getragenen Antrag unserer Verantwortung gerecht geworden und sorgen für Verlässlichkeit in der niedersächsischen Forstförderpolitik. Ein vernünftiger Weg für die Waldbesitzer in Niedersachsen!

Vielen Dank! 

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