Rede Georgia Langhans: Aktionsplan UN-Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ beschließen

Anrede

Ihr Antrag ist auch nach der Beratung in den Fachausschüssen leider nicht besser geworden, er bleibt ein Schauantrag mit äußerst magerer Substanz.

Bereits Anfang der 90er Jahre hatte das Kultusministerium ein Programm zur Umsetzung der Agenda21 im Schulbereich  - Bildung für eine nachhaltige Entwicklung- entwickelt.  Und bereits damals wurde - unter Rot-Grün- ein Netz von regionalen Umweltbildungszentren in Niedersachsen aufgebaut. Netzwerke entstanden und Lehrerfortbildungen für nachhaltige Entwicklungen wurden organisiert. Zu diesem Zeitpunkt wurde von der Begriff Nachhaltigkeit von Ihnen noch als Spielwiese für Drittweltstaaten und Spinner abgestempelt.

Anrede

Die Bundesdrucksache auf die sie sich in ihrer Begründung beziehen stammt aus dem Jahre 2004.  Venro, der Verband Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen, hat bereits 2005 ein Konzept zur UN- Dekade – Bildung für Nachhaltige Entwicklung vorgelegt. IHRE Kollegen in NRW haben 2006 einen Aktionsplan entwickelt. Und sie kommen jetzt mit einem Antrag, der sich nach einer Seite Vorspann auf eine einzige  Forderung an die Landesregierung beschränkt: Entwicklung eines niedersächsischen Aktionsplanes.

Anrede

Man  hat den Eindruck, dass lediglich die Tatsache, dass ihr Wirtschaftsminister gemeinsam mit dem Präsidenten der Kultusministerkonferenz ein Papier zur nachhaltigen Entwicklung unterzeichnet hat, der Beweggrund für diesen Antrag war. Es wäre besser, die beiden FDP Minister würden sich in ihren eigenen Ressorts mehr für eine nachhaltige Entwicklung einsetzen. Damit wäre uns allen mehr geholfen, als mit 2 Seiten folgenlos bedrucktem Papier.

Wo bleibt in ihrem Antrag die Abfrage nach der Auswertung bereits gemachter Erfahrungen?  -   wo der Hinweis, wie sie auf der vorhandenen Arbeit aufbauen und Angebote weiterentwickeln wollen?

Sie fordern in ihrem Antrag, auch außerschulische Partner mit einzubeziehen. Aber sie nennen keine Zahlen, welche Mittel sie den NGO´s für die Bildungsarbeit für nachhaltige Entwicklung bereitstellen wollen.

Die Verbände haben auf dem Bildungskongress 360°+ 1 konkret beschrieben, welche Unterstützung sie benötigen. Stattdessen haben sie dem VEN, der in diesem Bereich seit Jahren hervorragendes leistet, in den letzten Jahren die Mittel drastisch gestrichen.

Anrede

Bildung für nachhaltige Entwicklung bedeutet nicht nur, so wichtig das auch ist- ein besonderes Aufgabengebiet der Bildung für Kinder, Jugendliche und Studenten und dann noch mal für die besonders Engagierten in unserer Gesellschaft , nein diese Aufgabe ist auch eine Aufgabe der Bildung der gesamten Gesellschaft.

Anrede

In diese Richt geht z.B. unser Vorschlag einen Sachverständigenrat für Klimaschutz einzurichten. Der soll nämlich Fragen des Klimaschutzes und der Anpassung an den Klimawandel in die Gesellschaft kommunizieren. Der soll einen breiten gesellschaftlichen Dialog in das Land  - an unsere Bürger herantragen. Das wäre ein Beispiel für Bildung und nachhaltige Entwicklung einer zukunftsfähigen Gesellschaft. Ihnen fehlt die Überzeugung und auch der Wille: Bildung als innovativen Prozess anzugehen. Das erleben wir nicht nur in der Schul- oder Hochschulpolitik sondern eben leider auch mit diesem Antrag: Sie  werden mit diesem Antrag den Herausforderungen der UN- Dekade für nachhaltige Entwicklung in keinster Weise gerecht.

Sie treiben wieder mal nur einen Papiertiger auf die Straße! Ihnen fehlt der Wille und das Können Zukunft politisch zu gestalten.    

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 

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