Nicolas Mülbrecht Breer: Rede zur Fachkräftegewinnung (Antrag SPD/GRÜNE)

Rede Nicolas Mülbrecht Breer© Plenar TV

TOP 41 – Antrag: Fachkräftegewinnung und -sicherung braucht regionale Netzwerke und Willkommenskultur: Nachhaltige Strukturen für die Förderung der Fachkräfteeinwanderung und Arbeitsmarktintegration in Niedersach-sen sichern und ausbauen

- Es gilt das gesprochene Wort -

Aus Zeitgründen beschränke ich mich auf zwei wichtige Punkte unseres Antrages zur Fachkräftegewinnung: Wir wollen, dass geflüchtete Menschen einen besseren Zugang in den Arbeitsmarkt erhalten. Insbesondere sollen Ausbildungs- und Erwerbstätigkeit zugewanderter und geflüchteter Frauen verbessert und die Förderung der Start-Guide-Projekte soll langfristig abgesichert werden.

Warum ist die schnelle Einbindung in den Arbeitsmarkt für Geflüchtete so wichtig? Arbeit gibt uns die Möglichkeit, unsere Fähigkeiten einzusetzen und zur Gemeinschaft beizutragen, was den Selbstwert steigert.

Arbeit trägt wesentlich dazu bei, einen sozialen Status zu entwickeln. Arbeit gibt unserem Tag Struktur. Arbeit hilft beim Aufbau sozialer Kontakte und dem Erlernen von Sprache.

Da könnte man glatt denken: „Was sind wir für gute Menschen, dass wir den Geflüchteten diese Möglichkeiten geben…“ Lassen Sie mich bitte die Perspektive wechseln: bis 2036 werden deutschlandweit etwa 12,9 Millionen Erwerbspersonen das gesetzliche Rentenalter erreicht haben. Das sind knapp 30% der aktuellen Erwerbsbevölkerung. Gleichzeitig fehlt uns aufgrund des demographischen Wandels der notwendige Nachwuchs. Expert*innen würden sagen, dass wir ziemlich am Arsch sind, wenn wir nicht gegensteuern und die Integration in den Arbeitsmarkt vereinfachen.

Wir sind es, die auf Zuwanderung angewiesen sind. Wir brauchen Menschen, die medizinisch versorgen, wir brauchen Menschen, die Häuser bauen. Wir brauchen Menschen, die unterrichten. Wir brauchen Menschen, die sich ehrenamtlich einbringen. Wir brauchen Menschen, die Nachbar*innen sind und zu Freund*innen werden.

Die Integration von Fachkräften gelingt am besten, wenn Menschen nicht nur einen Arbeitsplatz finden, sondern auch in ihrer neuen Umgebung gut unterstützt werden.

Die Welcome Center in Niedersachsen spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie bieten nicht nur Hilfe bei bürokratischen Hürden wie Anerkennung von Abschlüssen und Arbeitserlaubnissen, sondern begleiten die Zugewanderten auch in sozialen und kulturellen Fragen.

Ob bei der Wohnungssuche, dem Zugang zu Sprachkursen oder der Vernetzung mit lokalen Gemeinschaften – diese Anlaufstellen schaffen eine Brücke zwischen der neuen Heimat und den Bedürfnissen der Fachkräfte und ihrer Familien. So entsteht nicht nur eine schnelle Integration in den Arbeitsmarkt, sondern auch ein Gefühl von Zugehörigkeit, das langfristig für eine stabile und erfolgreiche Zusammenarbeit sorgt.

Deshalb setzen wir auf die Förderung weiterer qualifizierter Zuwanderung sowie die schnelle Integration bereits hier lebender Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund in den Arbeitsmarkt. Und das tun nicht nur wir, sondern auch mit großer Unterstützung der Unternehmens- und Handelsverbände hier in Niedersachsen.

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