Eva Viehoff: Rede zu Medizinstudienplätzen (Antrag CDU)

Rede Eva Viehoff© Plenar TV

TOP 40 – CDU-Antrag zu Medizinstudienplätzen

- Es gilt das gesprochene Wort -

„Und täglich grüßt das Murmeltier!“ - Heute legt die CDU erneut einen Antrag auf Erhöhung der Studienplätze im Fach Humanmedizin vor, der in mehreren Punkten dem Antrag aus der Drucksache 19/1228 gleicht. Grund ist die CHE-Studie „Medizinstudienplätze in den deutschen Bundesländern”. Um diese Zahlen einzuordnen, muss ich die Zahlen aus der Studie einordnen:

Für die Zahl der Studierenden wurde die Schnellmeldung des stat. Bundesamts für Studierende in der Humanmedizin im Jahr 2024 genutzt. Für die Einwohnerzahlen wurden die Zahlen des stat. Bundesamtes vom 31.12.2024 genutzt. Und für die zur Verfügung stehenden Studierendenplätze in Humanmedizin wurden die Zahlen von Hochschulstart genutzt.

Und wie immer macht die CDU daraus – Niedersachsen ist Letzter.

Doch das stimmt nicht so ganz; denn da Bremen und Brandenburg keine staatlichen Humanmedizinstudienplätzen bereitstellen, sind wir zumindest für 2024 auf einem Relegationsplatz.

Und das hat diese Landesregierung sehr wohl erkannt und im Haushalt 2025 gehandelt und geliefert – was sie in den Jahren unter ihrer Regierung in den Jahren 2017-22 trotz Empfehlung des Wissenschaftsrates nicht geschafft haben! So haben wir endlich die notwendigen Investitionen in Oldenburg mit Engagement vorangetrieben, um den Aufwuchs auf 200 Studienplätze an der UMO zu ermöglichen. Dafür brauchte es diese rot-grüne Landesregierung, die nun endlich die notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt hat. Diese neuen 80 Plätze sind in die CHE-Studie nicht eingeflossen!

Und auch wenn ich mich wiederhole: mehr Studienplätze führen nicht automatisch dazu, dass wir mehr Ärzte genau an den Stellen haben, wo wir sie benötigen. Mecklenburg-Vorpommern ist da ein gutes Beispiel:

Dort gibt es 25 Humanmedizinstudienplätze pro 1000 Einwohner*innen – also richtig viele. Doch auch Mecklenburg-Vorpommern leidet unter einem erheblichen Ärztemangel. Denn angehende Mediziner*innen studieren dort, wo sie einen Studienplatz bekommen – bleiben dort aber nicht automatisch nach dem Studium, um ihren Beruf auszuüben!

Um angehende Ärzt*innen anzuwerben und zu binden, braucht es Arbeitsbedingungen in Krankenhäusern und Praxen, die den Lebensentwürfen der jungen Menschen entsprechen. Und hier zeigt die hohe Frauenquote von ca. 70%, dass Berufstätigkeit mit geringeren Teilzeitquoten auch weitere Bedingungen deutlich verbessert.

Gleichzeitig benennt die Studie auch, dass mehr Medizinstudienplätze alle Bundesländer vor große Herausforderungen stellen. Bei Kosten von bis zu 350.000 Euro für die Einrichtung eines Studienplatzes im Bereich Humanmedizin, ist das kein Wunder. Und fast alle Bundesländer suchen nach Lösungen, wie diese Herausforderung gemeistert werden kann.

So gibt es in Brandenburg eine private Medizinische Hochschule. Ein solches Modell plant nun ja auch der Raum Osnabrück. Ein solches Modell kann sicher interessant sein. Es wird aber zunächst abzuwarten sein, inwieweit die für die Einrichtung notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden können und ob die Akkreditierung erfolgreich sein wird.

Auch wenn ihr Antrag suggeriert, dass wir mehr Mediziner*innen im Land mal eben schnell durch die Einrichtung zusätzlicher Studienplätze backen können, kann ich ihnen versichern, dass dem nicht so ist. Zugleich kann ich Ihnen versichern, dass wir umfassend daran arbeiten, Studien- und Arbeitsbedingungen für angehende Ärzt*innen in Niedersachsen attraktiv zu gestalten. Darüber hinaus müssen wir die Situation für alle Studierenden in Niedersachsen weiter verbessern. Der NC für ein Studium der Medizin liegt in Niedersachsen für das kommende Wintersemester bei 1,2, in allen anderen Bundesländern liegt er bei 1,0.

Zurück zum Pressearchiv