Dringliche Anfrage: Landesregierung lässt Jugendarbeitslosigkeit ansteigen: Außerschulische Berufsbildung, Arbeitsloseninitiativen und Qualifizierungsförderung werden massiv gekürzt

Im vergangenen Ausbildungsjahr sind die Ausbildungsplätze in Niedersachsen um 3,1 Prozent auf 52.000 angebotene Stellen zurückgegangen. Auf die offenen Stellen haben sich 67.700 Jugendliche beworben. Die Landesregierung und die niedersächsische Wirtschaft schlossen im August einen Ausbildungspakt. Ende September gab es dennoch fast 1800 unversorgte Jugendliche mehr, als unbesetzte Ausbildungsstellen oder außerschulische Berufsbildungsplätze angeboten wurden. Damit sind doppelt so viel Jugendliche wie im Vorjahr nicht versorgt. Trotzdem plant die Landesregierung, mit rund 3,8 Millionen Euro zwei Drittel der Mittel für die außer- und überbetriebliche Ausbildung im nächsten Jahr zu streichen. Ebenso will die Landesregierung die kompletten Zuschüsse an Träger der Arbeitsloseninitiativen von 889.000 Euro streichen und ein Programm gegen Jugendarbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorgängerprogramm um ein Drittel kürzen. Wenn tatsächlich in diesem Umfang gekürzt werden sollte, wird die Jugendarbeitslosigkeit stärker als bislang ansteigen. Die Landesregierung konterkariert damit ihre eigenen Ansprüchen aus dem Pakt mit der Wirtschaft.

1. Welche Auswirkungen hat die Kürzung der Mittel für die außer- und überbetriebliche Ausbildung auf die Jugendarbeitslosigkeit in Niedersachsen?
2. Wie plant die Landesregierung, die selbst verursachte Lücke an Ausbildungs- und Qualifizierungsbedarf im nächsten Jahr zu schließen?
3. Wie hat sich seit 2000 die Zahl der Jugendlichen in Niedersachsen jährlich verändert, die sich außer- oder überbetrieblich ausbilden lassen oder in Überbrückungsmaßnahmen auf einen Ausbildungsplatz warten?

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