Pressemeldung Nr. 89 vom

GRÜNE Wasserstoffstrategie Sicherung der Industrie in Niedersachsen mit klimafreundlichem Wasserstoff – Erneuerbare Energien endlich wieder massiv ausbauen

Darum geht’s

Die Industrie in Niedersachsen ist auf eine erfolgreiche und ambitionierte grüne Wasserstoffstrategie angewiesen, um sich zukunftsfähig aufzustellen. Die Entwicklung einer klimafreundlichen Wasserstoffwirtschaft ist mit den Rückschlägen für die Solar- und Windenergie in den vergangenen zwei Jahrzehnten im ersten Anlauf im Keim erstickt worden. Umso wichtiger ist, dass die vielen Initiativen aus Politik und Wirtschaft für Wasserstoff als Brennstoff in der Industrie und Ersatz für Erdöl und Erdgas im zweiten Anlauf gelingt. Niedersachsen hat dabei u.a. mit seiner Stahlindustrie und dem hohen Potential für Erneuerbare Energien große Chancen, Vorreiter zu sein. Die Grünen im Landtag haben dazu in ihrer jüngsten Fraktionsklausur Bedingungen für eine grüne Wasserstoffstrategie definiert: ein massiver Ausbau der Erneuerbaren Energien, Energieeinsparung und ein Fokus auf industrielle Nutzung des gewonnenen Wasserstoffes sind Grundlage für einen erfolgreichen Einstieg.

Das sagen die Grünen

Julia Willie Hamburg, Fraktionsvorsitzende:

„Das breite Bekenntnis zu grünem Wasserstoff wie jüngst im gemeinsamen Appell aus Niedersachsen an den Bund ist ein wichtiger erster Schritt, um bei dem Thema voranzukommen und die Industrie in Niedersachsen zu sichern. Jetzt heißt es, aktiv zu handeln und voranzugehen und nicht bei dem Appell stehenzubleiben. Entscheidend ist, dass wir jetzt schnell im Bund wie im Land selbst die Weichen stellen für einen konsequenten Ausbau der Erneuerbaren Energien, denn dieser Ausbau ist Voraussetzung für Grünen Wasserstoff. Die Industrie, wie etwa der niedersächsische Stahlkonzern Salzgitter AG, wartet seit Jahren auf eine stärkere Unterstützung für den Einsatz von grünem Wasserstoff bei der Stahlproduktion. Wasserstoff ist teuer, braucht viel Energie und befindet sich erst im Aufbau. Deshalb muss klar sein, dass unser erster Fokus auf industrielle Nutzung des Wasserstoffes liegen muss und wir erhebliche Anstrengungen brauchen, um gleichzeitig Energie in allen Bereichen einzusparen. Es geht deshalb um effiziente Wasserstoffnutzung, er muss vorrangig da zum Einsatz kommen, wo der an sich wesentlich effizientere Ökostrom nicht einsetzbar ist. Deshalb sollten Bereiche, in denen die direkte Nutzung von erneuerbarem Strom effizienter ist, auch entsprechend mit Strom betrieben werden, etwa bei Autos oder Bussen im Nahverkehr. Auch für Alibi-Projekte, die vorrangig fossiles Erdgas wie das geplante LNG-Terminal für Flüssigerdgas in Wilhelmshaven fördern, ist kein Platz. Die Landesregierung muss ihre Unterstützung hierfür umgehend beenden. Wir fordern die Landesregierung zudem auf, alle diejenigen, die insbesondere mit Pilotprojekten in den Startlöchern stecken, massiv zu unterstützen und nicht länger warten zu lassen.“

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