Pressemeldung Nr. 9 vom

Grüne fordern vom Land Programm zur schnelleren Nachverfolgung von Corona-Mutationen Meta Janssen-Kucz: Ohne entschiedenen Kampf gegen die Corona-Varianten sind Lockerungsdebatten sinnlos

Darum geht’s:

Die gefährliche Corona-Mutation B.1.1.7 und andere Varianten verbreiten sich auch in Niedersachsen immer stärker und tauchen immer häufiger auf. Expert*innen warnen seit längerem vor einer erneuten und dann beschleunigten Infektionswelle durch diese Corona-Variante. Aus Sicht der Grünen-Landtagsfraktion ist deshalb dringend eine stärkere Überwachung und Nachverfolgung der hochansteckenden Corona-Varianten auch in Niedersachsen notwendig. Obgleich Vorschläge der Grünen dem Landtag bereits vorliegen, ist bislang wenig passiert. Die aufwändigen Genom-Untersuchungen von positiven PCR-Tests (Sequenzierungen) auf Mutationen laufen hier gerade erst an, später als in anderen Ländern.

Der erste Vorschlag lautet: Testung von Abwasserproben in allen Landkreisen auf Corona-Mutationen. Dieses Verfahren wurde erfolgreich von einer Forschungsgruppe aus der Schweiz angewandt und konnte die Mutation B.1.1.7 in Abwässern nachweisen. Diese Maßnahme wird nun auch von Wissenschaftler*innen in einem europäischen Aktionsplan gegen die Corona-Mutationen gefordert. Der zweite Vorschlag ist: Verstärkte Verwendung der neuen Delta-PCR-Tests aus Dänemark. Diese Corona-Tests können ohne aufwendige Sequenzierung schnell und sicher eine Virus-Mutation bestätigen. 

Das sagen die Grünen

Meta Janssen-Kucz, gesundheitspolitische Sprecherin:

„Es reicht nicht, vor allem vor den hochansteckenden Corona-Varianten zu warnen. Wenn wir ernsthaft für den geplanten langfristigen Stufenplan über Lockerungspläne nachdenken wollen, müssen wir gleichzeitig mehr gegen die Virus-Mutationen tun. Es ist notwendig, schnell und kurzfristig einen Überblick der Verbreitung von hochansteckenden Corona-Varianten wie B.1.1.7 zu gewinnen. Die gerade erst anlaufenden Sequenzierungen von positiven PCR-Tests reichen da nicht aus. Wir müssen alle Maßnahmen zu ergreifen um einen flächendeckenden Überblick zu der Verbreitung der Mutationen zu erhalten. Bisher gibt es keine ausreichenden und verlässlichen Erkenntnisse für gezielte Gegenmaßnahmen. Damit bürden wir am Ende die Folgen wieder den Kommunen auf. Die Landesregierung muss schnell aktiv werden. Sie muss für Corona-Tests den Einsatz der neuen Delta-PCR-Tests vorantreiben, die sofort Auskunft über Virus-Varianten geben. Und sie sollte schnell für eine flächendeckende Untersuchung der Abwässer in Niedersachsen sorgen. Es ist unverständlich, dass die Landesregierung nicht einmal bei den bisherigen Corona-Tests umfassend nach Mutationen sucht. Wir sollten nicht tatenlos zusehen, wie in wenigen Wochen B.1.1.7 oder andere Varianten auch in Niedersachsen zum Hauptauslöser für Corona-Erkrankungen wird. Die Entwicklungen in anderen Ländern sind Warnung genug.“

Hintergrund

In Dänemark wurde in der 2. Januar-Woche in 7,4% aller untersuchten Corona-Proben die Variante B.1.1.7 nachgewiesen, in der 1. Woche waren es hingegen 4% (regional bis 10%), während die Gesamtinzidenz abnahm. Dies zeigt die Gefahr, der wieder ansteigenden Infektionszahlen durch Virus-Mutationen.

Quelle: https://www.ssi.dk/aktuelt/nyheder/2021/yderligere-to-danskere-smittet-med-variant-b-1-351-der-forst-blev-pavist-i-sydafrika (dänisch)

Ein Aktionsplan zur europaweiten Verteidigung gegen neue SARS-CoV-2-Varianten (englisch)

https://www.thelancet.com/action/showPdf?pii=S0140-6736%2821%2900150-1

Statens Serum Institut: Neue PCR-Tests werden die Kontrolle mutierter Varianten stärken (dänisch)

https://www.ssi.dk/aktuelt/nyheder/2021/nye-pcr-tests-skal-styrke-kontrollen-med-muterede-varianter

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