Statement:Grüne: Ohne Gleichstellung leidet die Demokratie
Auch am Internationalen Frauentag 2026 gibt es wenig zu feiern. Gleichstellung ist in Deutschland noch lange nicht erreicht und gerät sogar unter Druck.
Zum Internationalen Frauentag am kommenden Sonntag sagt Tanja Meyer, frauenpolitische Sprecherinder Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen des niedersächsischen Landtages:
Auch am Internationalen Frauentag 2026 gibt es wenig zu feiern. Gleichstellung ist in Deutschland noch lange nicht erreicht und gerät sogar unter Druck. In wichtigen Bereichen gibt es Rückschritte: Im Deutschen Bundestag liegt der Frauenanteil nur noch bei etwa 31 Prozent, in vielen kommunalen Gremien in Niedersachsen teils unter 25 Prozent. In den Vorständen der 40 größten börsennotierten Unternehmen sind nur rund 20 Prozent Frauen vertreten.
Wenn Mitbestimmung eingeschränkt wird, leidet die Demokratie. Die laufenden Reformen des Niedersächsischen Gleichberechtigungsgesetzes und der Niedersächsischen Kommunalverfassung sind wichtige politische Meilensteine. Denn: Gleichberechtigung entsteht nicht von selbst. Sie ist das Ergebnis politischen und gesellschaftlichen Engagements – und kann auch wieder verloren gehen.
Besonders alarmierend ist, dass sexualisierte und häusliche Gewalt gegen Frauen zunimmt. Studien zeigen eine erschreckende Realität, die von Alltagssexismus bis zu Femiziden reicht. Gewalt gegen Frauen ist kein privates Problem, sondern Ausdruck struktureller Ungleichheit und gelebter Machtgefälle. Deshalb setzen wir Grüne in Niedersachsen unter anderem eine Koordinierungsstelle zur Umsetzung der Istanbul-Konvention ein. Hier ist auch die Gesellschaft insgesamt ist gefordert.
Viele Bereiche unseres Alltags sind weiterhin an männlichen Maßstäben ausgerichtet – von Medizin bis zur Stadtplanung, von der Arbeitswelt bis zur Kultur, bei Produkten und Schutzausrüstung, bei Sorgearbeit, die zu oft als private Aufgabe gilt. Wir Grüne streben nach einer Gesellschaft, in der Frauen in allen Bereichen gleichberechtigt teilhaben. Das ist keine Aufgabe von Frauen allein, sondern eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Denn eine Gesellschaft mit gleichen Chancen für alle und Perspektivenvielfalt ist stärker, gerechter und demokratischer.