Pressemeldung Nr. 7 vom

Weltnaturerbe Wattenmeer retten Grüne: Keinen Hamburger Schlick vor der Vogelschutzinsel Scharhörn verklappen

Darum geht’s

Hamburg plant, ausgebaggerten Schlick aus der Hamburger Elbe künftig vor der Nordseeinsel Scharhörn ins Meer zu kippen. Die Insel befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Nationalpark Wattenmeer, das als Weltnaturerbe als besonders schützenswert gilt. Die Grünen im Landtag fordern mit einem Antrag, dass die Landesregierung das Vorhaben kippt.

Das sagen die Grünen

Meta Janssen-Kucz, Sprecherin für Häfen und Schifffahrt

Es kann nicht sein, dass Hamburg sein Hafenschlick-Problem lösen möchte, indem dieser vor unserer Küste landet. Wir befürchten, dass Unmengen an Schlick auch ins Weltnaturerbe Wattenmeer wandern – die Folgen wären fatal für die Vogelwelt und das Leben im Watt. Schlick ist leicht toxisch und alles andere als ungefährlicher Matsch. Natürlich ist die Lage für den Hamburger Hafen nicht einfach, aber eine Lösung auf Kosten von Natur und Umwelt muss unbedingt verhindert werden.

Dieses Vorgehen macht erneut deutlich, wie dringend es ein gemeinsames Vorgehen der Nordländer in der Hafenpolitik braucht. Wir fordern die Landesregierung auf, den Kreislauf immer weiterer Flussvertiefungen und zunehmender Verschlickung zu durchbrechen und zusammen mit den anderen norddeutschen Bundesländern eine umweltschonende Lösung für die Sedimentproblematik herbeizuführen. Das Sediment-Management muss schnell neu gedacht und umgesetzt werden.

Zum Hintergrund

Die mehrfachen Vertiefungen der Elbe als Zufahrt zum Hamburger Hafen führen zu massiven Problemen: Sie wirken sich ökologisch extrem schädlich auf Flüsse und ihre Auen aus und sie gefährden darüber hinaus die Deichsicherheit, weil die Strömung immer stärker wird und das Hochwasser der Nordsee schneller und weiter in das Binnenland vordringen kann. Eine sich weiter zuspitzende Konkurrenz der norddeutschen Häfen belastet nicht nur die Ökosysteme, sondern sie ist auch teuer. Umso mehr müssen die Eigeninteressen der Länder zugunsten einer gemeinsamen norddeutschen Hafenpolitik überwunden werden und ein gemeinsames Hafenkonzept entwickelt werden. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit sind Lösungen zu finden, wie die Vertiefungen und die zunehmende Verschlickung und deren Verklappung beendet werden können.

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