Pressemeldung Nr. 470 vom

Kritik an „Geheimniskrämerei“ im Umweltministerium GRÜNE fordern Offenlegung aller Erkenntnisse zu Öl- und Gasvorkommen im Raum Gorleben

Der Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Stefan Wenzel hat von der Landesregierung die umgehende und vollständige Veröffentlichung aller Ergebnisse über frühe Bohrungen und Untersuchungen zu Öl- und Gasvorkommen im Wendland, in der Altmark und in der benachbarten Prignitz gefordert. "Es gibt begründete Zweifel an der Vollständigkeit der im Niedersächsischen Bodeninformationssystem (NIBIS) des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie aufgeführten Erkundungen in der Region um Gorleben", sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag (heute) in Hannover. Wenzel nimmt damit Bezug auf Medienberichte, in denen im Zusammenhang mit den Öl- und Gasvorkommen erneut die Eignung von Gorleben als Endlagerstandort in Frage gestellt wird.

Wenzel forderte den niedersächsischen Umweltminister Sander und Bundesumweltminister Röttgen auf, sämtliche Gorleben-Akten unverzüglich ins Internet zu stellen. Die Unterlagen müssten von unabhängigen Experten ausgewertet werden können. "Der hiesige Umweltminister will angeblich das gläserne Bergwerk. Dazu passt es nicht, wenn weiter Geheimniskrämerei betrieben wird", sagte der Grünen-Politiker und kritisierte, dass das Umweltministerium und die Bergaufsicht seit 10 Wochen nicht auf eine Anfrage zu Gas- und Ölvorkommen im Salzstock Gorleben geantwortet haben.

Bekannt sei inzwischen, dass es bei Bohrungen im östlichen Teil des Salzstocks Gorleben bei Lenzen noch zu DDR-Zeiten einen schweren Unfall mit der Entzündung von aus dem Bohrloch entweichendem Gas gegeben hat. Außerdem wurde in den 70er Jahren bei Salzwedel eines der größten europäischen Gasvorkommen entdeckt.

Von besonderem Interesse seien auch Daten der Firma BEB Erdöl und Erdgas GmbH, die offenbar im Jahr 1976 seismische Messungen am Salzstock Gorleben vorgenommen habe, sagte der Grünen-Politiker. Aktuell führe die Firma GDF Suez Gasbohrungen bei Lüchow/Wustrow und in der Altmark durch.

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