Pressemeldung Nr. 1008 vom

GRÜNE fordern Landtagsentscheidung gegen Zwei-Säulen-Schulmodell

Mit einem Entschließungsantrag für die nächste Landtagssitzung wollen die Bündnisgrünen erreichen, dass das vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) vorgeschlagene Zwei-Säulen-Modell für die niedersächsischen Schulen nicht umgesetzt wird. "Das Gutachten des DIPF hat gezeigt, dass Begabungsreserven besser auszuschöpfen sind, wenn die individuelle Förderung der SchülerInnen durch einen binnendifferenzierten Unterricht verstärkt wird", sagte die schulpolitische Sprecherin Brigitte Litfin am Dienstag (heute) in Hannover. Eine Selektion bereits am Ende der vierten Klasse, wie sie das DIPF vorschlage, sei dafür eindeutig kontraproduktiv.
In ländlichen Regionen werde es zudem kaum möglich sein, das Turbo-Gymnasium flächendeckend anzubieten, meinte die Grünen-Politikerin. Hier sei schon jetzt das Angebot gymnasialer Bildungsgänge unzureichend. "Mit dem Zwei-Säulen-Modell würde das Stadt-Land-Gefälle weiter verschärft."
Litfin bedauerte, dass das DIPF zwar die Kosten für die anderen Schulmodelle ermittelt habe, nicht jedoch für das von ihm selbst vorgeschlagene Modell. "Dann hätte sich gezeigt, dass das Zwei-Säulen-Modell eines der Teuersten ist." Dagegen sei die sechsjährige Grundschule auch nach den Berechnungen des DIPF besonders kostengünstig zu verwirklichen, sofern eine ausreichende Übergangszeit vorgesehen werde. Litfin: "In den kommenden zehn Jahren wird die Schülerzahl an den Grundschulen um 20% zurückgehen. Dadurch wird es an den meisten Standorten möglich werden, die Grundschulen ohne Neubauten um zwei Jahrgänge zu erweitern." Zudem seien die Personalkosten und die Schülertransportkosten bei der sechsjährigen Grundschule am geringsten. "Nicht nur die besseren pädagogischen Konzepte, sondern auch die niedrigeren Kosten sprechen weiterhin für eine Angliederung der Orientierungsstufe an die Grundschule", so die Grüne.

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