Pressemeldung Nr. 353 vom

"Glogowski zerknirscht, aber nicht einsichtig" - GRÜNE: Vielzahl der Mandate eine schwer durchschaubare Mixtur

Einen "Stimmungs-, aber keinen Meinungswechsel" sieht die Landtagsfraktion von Bündnis 90/Grüne im zweiten Auftritt von Gerhard Glogowski vor dem Untersuchungsausschuss des Landtages. "Der ehemalige Ministerpräsident ist zerknirscht, aber nicht einsichtig und wälzt im Zweifel die Schuld an Fehlern und Versäumnissen auf seine Mitarbeiter ab", sagte der Grünen-Abgeordnete Michel Golibrzuch am Freitag in Hannover.
Aus Sicht des Grünen-Politikers handelt es sich bei der Reise zur "Aida"-Aufführung nach Ägypten eindeutig um ein Privatvergnügen des ehemaligen Regierungschefs. "Es ist nur noch grotesk, wenn Herr Glogowski ausführt, er hätte mit seinem angeblichen Staatsbesuch den ägyptischen Tourismusminister aufgewertet", so Golibrzuch.
Als "rekordverdächtig" bezeichnet der Grünen-Abgeordnete die Zahl der von Glogowski gehaltenen Aufsichts- und Beiratsmandate. Es handele sich um eine "schwer durchschaubare Mixtur von ehrenamtlichen, neben- und hauptberuflichen Tätigkeiten mit erklecklichen Nebeneinkünften". Nach wie vor ungeklärt sei, inwieweit er als Ministerpräsident seine Position genutzt habe, um die Politik der Landesregierung und auch die Vergabe von Fördermitteln nach Braunschweiger Prioritäten auszurichten. Golibrzuch: "Die Vielzahl der Mandate macht Herrn Glogowski zu einer ausgesprochen multiplen Persönlichkeit."
Bestätigt hat sich aus Sicht der Grünen, dass es der ehemalige Ministerpräsident mit den Rechnungen nicht so genau genommen hat. Bezahlt worden sei nur, was ausdrücklich angemahnt wurde. So sei denn auch das Bier zu seiner Geburtstagsfeier in der Staatskanzlei am 11. Februar 1999 "gestiftet" worden. Aufsichtsratsbezüge an das Land seien erst nach entsprechender Aufforderung anteilig überwiesen worden.
Golibrzuch: "Das Sprichwort `Spare in der Zeit, dann hast du in der Not` hat Herr Glogowski offenbar allzu wörtlich genommen."

Zurück zum Pressearchiv