Statement Bajus: Landesregierung hat Jugendliche nicht im Blick

Der Landesjugendring fordert heute in einer Stellungnahme, die Angebote der Jugendarbeit schrittweise wieder zu öffnen. Die Grüne Landtagsfraktion hat dafür Verständnis und wendet sich mit einer Anfrage in dieser Sache an die Landesregierung.

Volker Bajus, jugendpolitischer Sprecher

Im sogenannten Stufenplan der Landesregierung, der Lockerungen für die nächsten Wochen beschreibt, kommt die Jugendarbeit gar nicht vor. Die wurde offensichtlich komplett vergessen. Für die Entwicklung der Jugendlichen sind aber Freizeitangebote, vor allem auch kostenlose, wichtig. Was sollen junge Leute in diesen Tagen machen, denen zu Hause die Decke auf den Kopf fällt, die Stress mit ihren Eltern haben, wenn weiter alle Treffpunkte zu sind? Zu Recht mahnen der Landesjugendring und Sozialwissenschaftler an, die Situation und die Belange der Jugendlichen während der Corona-Krise stärker in den Blick zu nehmen. Die Regierung gibt den sozialen Folgen der Corona-Krise keine Priorität. Einzelhandel und Gastronomie zu öffnen, aber Jugendeinrichtungen, wie zum Beispiel Skateparks dicht zu lassen, das macht doch keinen Sinn. Das Sozialministerium muss endlich auch hier Vorschläge entwickeln, wie Jugendlichen die Möglichkeit gegeben wird, sich außerhalb der eigenen vier Wände zu betätigen. Warum zum Beispiel können nicht unter der Betreuung von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern Jugendzentren unter der Auflage geöffnet werden, dass die Aktivitäten  - natürlich unter Beachtung von Hygieneregelungen – im Freien stattfinden?

Zum Hintergrund

Am 04. Mai hat die Landesregierung einen „Stufenplan“ vorgelegt, der eine Öffnung verschiedener Bereiche des gesellschaftlichen Lebens skizziert. Für Jugendliche bleiben viele Angebote weiterhin geschlossen. Dies gilt unter anderem für Jugendzentren und Jugendtreffs samt ihren Außenanlagen, für Skateparks und Vereinsheime, aber auch für viele Beratungsangebote. Im Stufenplan der Landesregierung findet die Jugendarbeit keine Berücksichtigung. Die Anfrage der Grünen-Fraktion finden Sie im Anhang.

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