Pressemeldung Nr. 46 vom

Gemeinsame Pressemitteilung ver.di und Grüne fordern echte Qualitätsverbesserungen in den Kitas

Grüne und ver.di im Gespräch (v.l.n.r.: Christian Meyer, Helge Limburg, Imke Byl, Eva Viehoff, Anja Piel, Detlef Athing, Susanne Kremer, Detlev Schulz-Hendel)

„Beitragsfreie Kita – ja, bitte. Aber nur, wenn es nicht zulasten der Qualität in den Kitas, der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten und somit auch zulasten der Kinder und Eltern geht“, so ver.di-Landesbezirksleiter Detlef Ahting und Grünen-Fraktionschefin Anja Piel.

Auch ver.di stehe für das Ziel einer kostenfreien Bildung von der Kita bis zur Fachschule und Universität. Dabei dürfen Qualitätsverbesserungen im Kita-Bereich aber nicht aus dem Fokus geraten oder gegeneinander ausgespielt werden. „Wer die Beitragsfreiheit beschließen will, muss dafür sorgen, dass auch dringend erforderliche Qualitätsverbesserungen kommt“, so Ahting.

„Wir erleben, dass die GroKo die beitragsfreie Kita in Niedersachsen noch in diesem Jahr durchsetzen will, mit dem Kopf durch die Wand und entgegen aller Warnungen und Bedenken der Kitas und Kommunen. Einerseits ist die Finanzierung mit den Spitzenverbänden noch nicht in trockenen Tüchern, andererseits ist jetzt schon klar, dass es einen Run auf die Kitas geben wird, sobald sie beitragsfrei werden. Wie soll das funktionieren, wenn das Land kein zusätzliches Personal und Investitionen in die Qualität vorsieht? Wir halten die bisherige Umsetzung für übereilt und wenig durchdacht“, so Anja Piel weiter.

Kitas leisten viel mehr als zuverlässige Betreuung. Die Arbeit mit guten Bildungskonzepten, Gesundheits- und Sprachförderung sowie die Bewältigung der Anforderungen an Inklusion seien nur einige Aufgaben in Kitas, die für Bildungsprozesse der Kinder wichtig sind und Chancengleichheit fördern. „Damit dieses gelingt, brauchen wir verbindliche gesetzliche Regelungen für eine deutliche Verbesserung des Personalschlüssels, der Vor- und Nachbereitungszeiten, ausreichend Leitungsfreistellung wie auch Ausfall- und Qualifizierungszeiten berücksichtigt“, so Ahting.

„Uns wird angst und bange, wenn wir vom Finanzminister hören, dass das Land mit der Beitragsfreiheit ‚an die Grenzen‘ geht. Wenn das tatsächlich so ist, dann können die Eltern und Träger noch lange auf überfälligen Qualitätsverbesserungen warten - zumal der neue Koalitionsvertrag der Berliner GroKo finanziell weit hinter den Ankündigungen der alten Bundesregierung zurückbleibt. Dabei sind zusätzliche Mittel für strukturelle Verbesserung nicht die Kirsche auf der Torte, sondern der Boden einer kostenfreien Kita!“, betont die grüne Fraktionsvorsitzende Piel.

„Zukunftssicherung beinhaltet auch den Ausbau der bestehenden Ausbildungskapazitäten sowie endlich eine Vergütung für diejenigen, die diesen Beruf erlernen sowie die Förderung qualifizierter Quer- und Wiedereinstiege in den Beruf der Erzieherin/des Erziehers. Nur so finden und halten wir angesichts steigender Anforderungen auch in Zukunft ausreichend Fachkräfte“, so Ahting abschließend.

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