Pressemeldung Nr. 162 vom

Breites Protestbündnis gegen Schlachtbetrieb an Weihnachten Eva Viehoff: Feiern im Kreis der Familie statt Schuften für Profitgier

Darum geht’s

Mit einer Anfrage will die Grüne Fraktion im niedersächsischen Landtag klären, weswegen das zuständige Gewerbeaufsichtsamt im Landkreis Cloppenburg einem großen Schlachthof erlaubt hat, am zweiten Weihnachtstag schlachten zu lassen. Die Genehmigung für einen zweiten Betrieb steht noch aus. Dagegen spricht sich ein breites Protestbündnis aus Gewerkschaften, Kirche und Grünen aus. Das Bündnis wirft den Betrieben Profitgier zulasten der Beschäftigten vor.

Das sagen die Grünen

Eva Viehoff, arbeitsmarktpolitische Sprecherin

„Wenn an Weihnachten in den Schlachthöfen gearbeitet wird, treibt die Branche der Ausbeutung ihrer meist prekär Beschäftigten auf die Spitze. Statt zuhause mit ihren Familien in Osteuropa zu feiern, sollen die Menschen hier in Deutschland für die Profitgier der Schlachtbetriebe schuften gehen. Das ist familienfeindlich und hat nichts mehr mit Fürsorgepflicht der Arbeitgeber zu tun!“

„Die wirtschaftlichen Gründe der beiden Betriebe sind vorgeschoben – hier soll schnell geschlachtet werden, bevor die Tiere Wasser und damit an Gewicht verlieren. Für ein paar Euro mehr zerstören die beiden Schlachtbetriebe das besinnliche Fest hunderter Arbeiter und Arbeiterinnen und ihrer Familien.“

„Für uns ist wichtig, dass die Landesregierung klärt, wie es überhaupt zu der Genehmigung des Schlachtbetriebs am zweiten Weihnachtsfeiertag kommen konnte. Wir bezweifeln, dass das zuständige Gewerbeaufsichtsamt die rechtlich geschützte Feiertagsruhe ausreichend berücksichtigt hat.“

Zum Hintergrund

Gegen das Schlachten am zweiten Weihnachtsfeiertag hat sich ein breites Bündnis gebildet, das am 10. Dezember zur Demonstration aufgerufen hat. Die grüne Fraktion wird mit Christian Meyer vertreten sein.

Im Raum Cloppenburg wollen zwei große Schlachtbetriebe am zweiten Weihnachtstag ihre Beschäftigten arbeiten lassen. Zuständig ist das staatliche Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg, das verantwortlich für die Umsetzung des Arbeitszeitgesetzes und damit auch für die Genehmigung von Sonntags- und Feiertagsarbeit ist.  Einem Betrieb hat das Amt die Feiertagsarbeit bereits genehmigt, die Genehmigung für einen zweiten Betrieb steht noch aus. Gegen den Schlachtbetrieb an Weihnachten stellt sich ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Kirche und den Grünen. Am 10. Dezember wird vor einem der beiden Betriebe eine Protestaktion stattfinden. Betroffen von der Feiertagsarbeit könnten bis zu 740 Beschäftigte sein. Die meisten von ihnen stammen aus Polen und Rumänien.

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