Kultur Retten!

Bremer Modell „Club 100“ auch in Niedersachsen umsetzen

Die Kultur- und Veranstaltungsbranche in Niedersachsen steckt nach einem Jahr Corona-Pandemie tief in der Krise. Die bisherigen Hilfen der Landesregierung sind meist bloß Tropfen auf den heißen Stein – wenn die Hilfe denn überhaupt ankommt. Es fehlen Perspektiven und strategische Förderung für Konzerte per Video-Stream und für eine schrittweise Öffnung mit dem erhofften Abklingen der Pandemie. Wie es trotz der Pandemie gelingen kann, für Konzerte und Veranstaltungen in Clubs und anderswo einen Weg zu ebnen, zeigt Bremen. Wir wollen das dort bereits erfolgreich gestartete Modell „Club 100“ auch in Niedersachen ermöglichen. Dafür sollen finanzielle Mittel aus dem Corona-Sondervermögen des Landes bereitgestellt werden.

Was ist Club 100?

Club 100 ist ein Förderkonzept für die Kulturbranche, das flexibel mit den Inzidenzen mitgeht. Bei strengen Corona-Maßnahmen werden die Auftritte live im Netz gestreamed. Je mehr wir öffnen können, desto mehr Zuschauer*innen können auch vor Ort teilnehmen. Die Stärke von Club 100 ist, dass Veranstaltungen planbar werden, weil sie von vorneherein als Hybride angesetzt sind.

Was haben Kulturschaffende von Club 100?

Bislang werden Veranstaltungen stets unter dem Damoklesschwert der Inzidenzwerte geplant – dies bedeutet für Kulturschaffende zum einen, ein großes finanzielles Risiko in Kauf zu nehmen und zum anderen immer wieder herbe Enttäuschungen zu erleben, weil Veranstaltungen kurzfristig abgesagt werden müssen. Wenn wir so weitermachen, verschieben Kulturszene und Clubs ihre Arbeit immer weiter auf einen Tag X, an dem alles wieder „normal“ ist -  doch wann genau das sein soll, lässt sich nun einmal schwer sagen. Das heißt: Es fehlt die Perspektive. Club 100 würde ein Stück dieser Perspektive zurückgeben und durch Fördermittel zudem das finanzielle Risiko abschwächen.

Wie wird vom Land gefördert?

Wir fordern vom Land eine Anschubfinanzierung aus den Mitteln des Corona-Sondervermögens in Höhe von 3 Millionen Euro für die Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur. Ziel ist zudem, kostenpflichtige Streamingkonzerte ebenso zu fördern wie Live-Angebote mit Zuschauer*innen vor Ort – Je nachdem, was die pandemische Lage zulässt.

Kann Club 100 überhaupt funktionieren?

Bislang ist Club 100 in Deutschland einmalig. In Bremen ist das Konzept jedoch bereits jetzt ein Erfolg. Das Land Bremen unterstützt das Projekt mit rund 1,1 Millionen Euro. Aktuell sind seit Januar 2021 rund 40 Veranstaltungen geplant und finanziert.

Die Beteiligten berichten von gut „besuchten“ Veranstaltungen gut – je nach Band sind es etwa so viele, wie die Veranstalter auch sonst für ein Konzert verkauft hätten. 1000 Tickets waren es bei beispielsweise beim Konzert von „Selig“.

Was machen wir?

Die Kultur- und Veranstaltungsbranche braucht dringend Hilfe, eine Perspektive und vor allem Planbarkeit. Dafür setzen wir uns mit den uns zur Verfügung stehen parlamentarischen Mitteln ein. So haben wir bereits am 9. März 2021 einen Antrag ins Parlament eingebracht und wollen ein Modell in Anlehnung an Club 100 auch in Niedersachsen ermöglichen. Durch eine Anschubfinanzierung aus Mitteln des Corona-Sondervermögens in Höhe von 3 Mio. Euro wollen wir die Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur ermöglichen. Ziel ist es in Anlehnung an das Bremer Modell kostenpflichtige Streamingkonzerte ebenso zu fördern sowie wie Live-Angebote mit Zuschauerinnen und Zuschauern, natürlich nur, wenn dies die pandemische Lage zulässt.

Darüber hinaus soll das Projekt die Vernetzung der Akteur*innen fördern und das auch langfristig. Zu guter Letzt wollen wir über eine wissenschaftliche Begleitung der geförderten Veranstaltungen dazu beitragen weitere Erkenntnisse über das Infektionsgeschehen bei entsprechenden Events zu gewinnen.

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