Verbesserung der schulpsychologischen Beratung nicht in Sicht - Osnabrück auch künftig weit unter Landesschnitt

In Stadt und Landkreis Osnabrück wird das schulpsychologische Beratungsangebot auch künftig deutlich schlechter sein als im Landesschnitt. Während das Verhältnis von Lehrern zu Schulpsychologen im Landesdurchschnitt 1:930 beträgt, stehen den ca. 5000 Lehrerinnen und Lehrern im Zuständigkeitsbereich der schulpsychologischen Beratungsstelle Osnabrück insgesamt nur 2 Schulpsychologen zur Seite.
Daran werde sich auch auf absehbare Zeit nichts ändern, musste Niedersachsens Kultusminister Bernd Busemann (CDU) heute (Freitag) auf Anfrage der Grünen-Landtagsabgeordneten Ina Korter einräumen. Im Raum Osnabrück werde es nur in Not- und Krisenfällen möglich sein, das schulpsychologische Beratungsangebot in Anspruch zu nehmen.
Das Kultusministerium arbeite an einem Konzept zur Neustrukturierung der Schulaufsicht nach Abschaffung der Bezirksregierungen, erklärte der Kultusminister.
"Es ist absolut unhaltbar, den Raum Osnabrück mit Verweis auf ein Konzept, das es noch nicht gibt,auf absehbare Zeit so schlecht versorgt zu lassen. Die Belastungen an den Schulen sind gerade nach der Schulstrukturreform erheblich gestiegen. Da ist Beratung von außen absolut nötig ", sagte Ina Korter, schulpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion.
Die Grünen-Politikerin erinnerte daran, dass die Landesregierung zusätzlich die Stunden für Beratungslehrer erheblich gekürzt habe. Außerdem würden viel zu wenige Beratungslehrer nachqualifiziert. Im vergangenen Jahr seien keine Beratungslehrer ausgebildet worden; im kommenden Jahr seien 40 neue Beratungslehrer für das gesamt Land vorgesehen. "Damit werden die Pensionierungen längst nicht kompensiert", so Ina Korter.
"Man muss nicht nur von Beratung und Unterstützung reden, man muss sie auch sicherstellen. Der Minister darf die Schulen bei der schwierigen Umsetzung der Strukturreform nicht im Regen stehen lassen", erklärte die Grünen-Politikerin.

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