Pressemeldung Nr. 1084 vom

Nach PISA-Studie tiefgreifende Konsequenzen in der Schulpolitik gefordertBildungsressourcen auf die ersten sechs Jahre konzentrieren


Tiefgreifende Konsequenzen für die niedersächsische Schulpolitik haben die Landtagsgrünen nach dem Bekanntwerden von Ergebnissen der PISA-Vergleichsstudie gefordert. Das in dem Ländervergleich von deutschen Schulen erreichte niedrige Niveau sei erschreckend, sagte die schulpolitische Sprecherin Brigitte Litfin am Montag (heute) in Hannover. "Beschämend ist vor allem, dass sozial benachteiligte Kinder, insbesondere diejenigen aus Migrationsfamilien, nirgendwo in Europa so wenig gefördert werden wie in Deutschland."
Das hiesige Schulwesen werde weder dem demokratischen Anspruch auf Chancengleichheit noch den Qualitätsbedürfnissen des Ausbildungs- und Arbeitsmarktes gerecht.
Von der Niedersächsischen Landesregierung forderte Litfin Sofortmaßnahmen zur Steigerung der Unterrichtsqualität. Das Land müsse ein hochqualitatives Beratungs- und Fortbildungsangebot organisieren, um die Lernkultur in den Schulen stärker auf die Bedürfnisse der einzelnen Schüler auszurichten. Dabei müssten die Bildungsressourcen massiv auf die ersten sechs Schuljahre konzentriert werden. "In der Grundschule wird das Fundament für das weitere Lernen gelegt. Gerade für diese Schulstufe wird aber in Deutschland im OECD-Vergleich viel zu wenig Geld bereitgestellt," sagte die Grünen-Politikerin.
Konsequenzen forderte Litfin auch für die Schulstrukturdebatte in Niedersachsen. "Das gegliederte deutsche Schulsystem vernachlässigt sozial benachteiligte SchülerInnen. Dass davon aber auch die leistungsstärkeren SchülerInnen nicht profitieren, zeigt das mäßige Abschneiden der deutschen Gymnasien bei PISA," sagte die Grüne.
Die Landesregierung solle endlich die Stellungnahmen der Erziehungswissenschaftler ernst nehmen, die einhellig vor einer frühen Auslese warnen. So habe auch der an der niedersächsischen OS-Strukturunterschung mitarbeitende Professor Weißhaupt kürzlich darauf hingewiesen, dass in Nachbarländern mit langer gemeinsamer Schulzeit mehr Kinder das Abitur erreichten. Weißhaupt wertet Grundschulen mit angeschlossener Orientierungsstufe als vorbildhaft. Litfin: "Dem können wir uns nur anschließen."
rt

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