Pressemeldung Nr. 2 vom

Miriam Staudte: Alternativen zu Tierversuchen müssen konsequent gefördert und genutzt werden

Darum geht’s

Im Agrarausschuss des Landtages haben am Mittwoch (15.1.)  in einer Anhörung zur Problematik der Tierversuche Fachleute Alternativen aufgezeigt. Anlass dafür war unter anderem ein Antrag der Grünen-Fraktion „Tierversuchsmaschinerie stoppen“.

Das sagen die Grünen

Miriam Staudte, Sprecherin für Tierschutz:

„Expertinnen und Experten haben heute im Agrarausschuss eindrucksvoll bestätigt: In Deutschland werden viel zu viele Tiere unnötig gequält. Es werden noch immer viel zu viele längst überflüssige Tierversuche genehmigt. Unser Ziel ist der perspektivische   Ausstieg aus Tierversuchen. Neueste Methoden wie zum Beispiel Studien an Organen aus biologischen 3D-Druckern oder personalisierte Medikamente auf Grundlage der Körperzellen des einzelnen Patienten mit Multi-Organ-Chips ermöglichen viel aussagekräftigere Erkenntnisse – ohne jede Tierquälerei. Erschreckend ist, dass noch nicht einmal eine funktionierende Datenbank zum verpflichtenden Austausch von Studienergebnissen existiert.

Der ausführliche Bericht von Cruely Free International und der SOKO Tierschutz zu den Undercover-Recherchen im Tierversuchslabor LPT in Mienenbüttel zeigt auf, dass die staatlichen Kontrollen der Tierversuchslabore nicht ausreichend sind. Jahrzehnte lang konnte ein Labor kriminell agieren, Tiere unnötig quälen und sogar Studien fälschen.

Die Landesregierung muss aber nicht nur vorhandene Tierversuchslabore strenger kontrollieren, damit unhaltbare Zustände wie bei LPT in Mienenbüttel gar nicht erst auftreten. Wir fordern zudem dringend eine Verschärfung des Bundestierschutzgesetzes. Nur so lässt sich die Tierversuchsmaschinerie  wirklich stoppen.

Wir erwarten deshalb, dass sich die Landesregierung über den Bundesrat für die überfällig Novellierung des Tierschutzgesetz stark macht. Denn Deutschland hat die EU-Richtlinie zu Tierversuchen aus dem Jahr 2010 nicht ausreichend umgesetzt. Hier droht ein weiteres Klageverfahren der EU.

Wir brauchen zudem mehr Fördermittel für tierfreie Forschung. Die Alternativen zu Tierversuchen sind da. Sie müssen jetzt entschlossen gefördert und genutzt werden.“

Hintergrund

Ausgelöst wurde die aktuelle Debatte durch heimliche Filmaufnahmen aus einem niedersächsischen Tierversuchslabor, die im Oktober 2019 öffentlich wurden. Darin sind teils gröbste Verstöße gegen geltendes Tierschutzrecht dokumentiert. Eine dauerhafte Schließung des betroffenen Labor in Mienenbüttel steht derzeit im Raum. Jährlich sterben in Deutschland ca. 2,8 Millionen durch Tierversuche, obwohl in vielen Fällen selbst Expert*innen die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf den Menschen anzweifeln.

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