Pressemeldung Nr. 3246 vom

Minister Sander verhöhnt Strahlenopfer - "Radioaktivität kerngesund" / zynische Pro-Atom-Kampagne

Einen zynischen Umgang mit den Opfern radioaktiver Verstrahlung hat die Grünen-abgeordnete Ursula Helmhold dem niedersächsischen Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) vorgeworfen. Der Minister hatte bei seinem gestrigen Besuch im Schacht Konrad vor Pressefotografen mit einem T-Shirt posiert, auf dem das Warn-zeichen für Radioaktivität mit dem Slogan "kerngesund" aufgedruckt ist.
"Sander fehlt nicht nur der gebührende Abstand zu den Interessen der Atomindustrie, sondern auch jegliches Gespür für die Wirkung eines solchen Auftritts", sagte Helm-hold am Dienstag in Hannover. Die Atomkraft als kerngesund zu bezeichnen, sei ei-ne Verhöhnung aller Strahlengeschädigten.
Helmhold erinnerte an die vielen Menschen in Schaumburg, die Hilfe für die Strah-lenopfer organisieren. "Was müssen diese ehrenamtlich Helfenden, was muss ein Kind aus Weißrussland denken, wenn es dem Minister in diesem Aufzug begegnen würde?", fragt sich Helmhold, die selbst eine Patenschaft für ein krebskrankes Kind aus Weissrussland unterhält.
Die Grünen im Landtag fordern Sander in einem Schreiben zu einer öffentlichen Pro- und Contra-Diskussionen über die geplanten Endlagerstandorte in Salzgitter und Gorleben auf. "Spätestens seit der Katastrophe von Tschernobyl gibt es eine Mehr-heit für den Ausstieg aus der Atomenergie wegen der unbeherrschbaren Risiken. In Ihrem Haus rangieren jedoch eindeutig die Interessen der Atomindstrie vor den Si-cherheitsinteressen der Bevölkerung", heißt es darin.

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