Statement Meta Janssen-Kucz: Corona-Krise führt zu unhaltbaren Zuständen in der Pflege – die Landesregierung muss jetzt dringend handeln

Zur Situation in der Pflege in der Corona-Krise erklärt die gesundheits- und pflegepolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Meta Janssen-Kucz:

Die Lage in der Pflege spitzt sich immer weiter zu und führt zu unhaltbaren Zuständen. Während die stationäre Pflege zunehmend an ihre Grenzen stößt, ist vor allem die ambulante Pflege schon längst völlig überlastet. Zwei Probleme verschärfen die Lage massiv. Erstens: Personal fehlt an allen Ecken und Enden. Der Fachkräftemangel war schon vor der Krise ein Problem. Nun verschärft er sich, weil aufgrund der aktuellen Lage osteuropäische Pflegekräfte fehlen. Das Personal ist also stark überlastet. Zweitens: Der Schutz des Pflegepersonals kann aufgrund fehlender Schutzausrüstung zunehmend nicht mehr gewährleistet werden. Pflegekräfte sind die am stärksten gefährdete Gruppe, weil sie diejenigen sind, die regelmäßig sehr nah mit Patient*innen arbeiten. Ohne Schutzausrüstung können sie ihrer Tätigkeit schlicht nicht nachgehen. Das kann nicht sein!

Die Landesregierung muss jetzt handeln und alle Möglichkeiten ausschöpfen, um diesen desaströsen Zustand zu verbessern. Es braucht vor allem eine finanzielle Anerkennung. Erstens muss als Sofort-Maßnahme allen Pflegekräften eine Landes-Zulage in Höhe von mindestens 400 € für eine Vollzeitstelle gewährt werden. Zweitens muss sich das Land dringend für eine grundsätzliche und langfristige Tariferhöhung sowie eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen einsetzen. Auch um weiteres Personal zu rekrutieren. Zur Personalrekrutierung müssen zudem im Ausland erworbene Abschlüsse schnell und unbürokratisch anerkannt werden.  Drittens muss die regionale Produktion von Schutzkleidung massiv angehoben und alle Möglichkeiten zur Beschaffung von Ausrüstung ausgeschöpft werden.

Nette Worte für Pflegekräfte reichen nicht. Es braucht jetzt klare Maßnahmen und unsere finanzielle Anerkennung für die systemrelevante Arbeit. In der Krise hilft nur Solidarität.

Zurück zum Pressearchiv