Pressemeldung Nr. 859 vom

Langzeitgebühr trifft vor allem Arbeiterkinder - Wissenschaftsministerium wird zur Gaukler-Behörde

Mit scharfer Kritik hat die Landtagsfraktion von Bündnis 90/Grüne auf die vom Kabinett beschlossene Gebühr für sogenannte Langzeit-Studenten reagiert. "Wer wie Thomas Oppermann die Frechheit besitzt, eine solche Gebühr als "Studienguthaben" zu verkaufen, macht sein Ministerium zur Gaukler-Behörde", erklärte der hochschulpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion Michel Golibrzuch am Dienstag in Hannover.
Tatsächlich setze die Landesregierung Studenten, die nicht auf finanzielle Unterstützung ihrer Eltern rechnen könnten, einem ungeheuren finanziellen Druck aus. Die SPD ignoriere alle Sozialerhebungen der Studentenwerke, wonach überlange Studienzeiten vor allem auf Nebenjobs zurückzuführen seien, mit denen die jungen Leute ihr Studium finanzierten. Golibrzuch: "Das betrifft vor allem Arbeiterkinder, deren Hochschulzugang nun weiter erschwert wird."
Dem SPD-Wissenschaftsminister wirft der Grünen-Politiker vor, das Studium konsequent auf Sprösslinge begüterter Familien auszurichten. Schon die Intensiv-Studiengänge ließen keine Berufstätigkeit mehr zu. Die jetzt angekündigte Langzeitgebühr könne auch nur diejenigen erschrecken, die auf jede Mark achten müssten. Golibrzuch: "Der Elite-Begriff des Herrn Oppermann wird zusehends über den Kontostand definiert."

Zurück zum Pressearchiv