Statement Julia Willie Hamburg: Die „Weiter-so-Politik“ hilft den Schulen nicht

Kultusminister Tonne hat am Freitag (17. Januar) die aktuellen Zahlen zur Unterrichtsversorgung an Niedersachsens Schulen veröffentlicht. Hierzu sagt Julia Willie Hamburg, bildungspolitische Sprecherin:

Beim Kultusminister regiert das Weiter-so, ohne die realen Probleme anzugehen. An der Misere der Schulen ändert auch die minimal um 0,2 Prozent verbesserte Unterrichtsversorgung nichts. Mit Rechentricks werden die Zahlen geschönt, anstelle der Realität ins Auge zu sehen. Angesichts der schulischen Herausforderungen durch fehlende Lehrkräfte, Unterrichtsausfall und Überlastung ist es ein Hohn von einer „soliden Unterrichtsversorgung“ zu sprechen. Minister Tonne muss den Mangel an Fachkräften endlich anerkennen und den Raum für Übergangsmaßnahmen schaffen.

Niemand kann der Landesregierung vorwerfen, dass die Lehrkräfte noch fehlen und erst ausgebildet werden müssen. Doch anstatt zu handeln, sitzt sie das Problem aus. Das hilft den derzeit vom Fachkräftemangel erheblich belasteten Schulen wenig. Eltern, Schüler und Lehrkräfte leiden derzeit unter Unterrichtsausfall, ständigem Personalwechsel und Überlastung. Die Aufgaben können mit dem vorhandenen Personal nicht bewältigt werden. Gerade die Sek I-Schulen und auch Grundschulen – insbesondere in ländlichen Gebieten – sind hier besonders betroffen.

Die Schulen brauchen konkrete Hilfen: Die Schulen sollten für eine Übergangszeit Freiräume erhalten, die Stundentafeln dem vorhandenen Personal anzupassen. Auch in anderen Fragen brauchen Schulen freie Hand, verlässlich mit dem Mangel an Fachkräften umzugehen. Derzeit gibt es keinen rechtlichen Rahmen, der Schulen diese Gestaltungsmöglichkeiten gibt. Auch brauchen Sie den Ausbau multiprofessioneller Teams, um zusätzliches Personal an die Schulen zu holen.

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