Statement Julia Hamburg zur Digitalisierung an Schulen: Kinder aus finanzschwachen Elternhäusern dürfen nicht die Verlierer dieser Krise werden

Die GEW hat heute presseöffentlich gefordert, dass die Digitalisierung nicht zum Tempomacher sozialer Spaltung werden darf. Dazu sagt Julia Hamburg, Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag:

Schulschließungen sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt unumgänglich. Deshalb ist es zentral, den Schulen und der Jugendhilfe jetzt Konzepte an die Hand zu geben, wie sie Kinder aus finanzschwachen Elternhäusern, ohne elterliche Unterstützung oder mit besonderem Förderbedarf in den nächsten Wochen begleiten und unterstützen können. Denn diese drohen sonst die Verlierer dieser Krise zu werden. Digitalisierung bietet in Zeiten von Schulschließungen die Möglichkeit, Lernanreize zu setzen. Die Elternhäuser sind aber unterschiedlich ausgestattet und Schulen unterschiedlich aufgestellt. Es braucht deshalb unterschiedliche und individuelle Lösungen, um in Zeiten von geschlossenen Schulen Bildungsanreize zu setzen und Schüler*innen zu begleiten. Ob Telefon, Videotelefonie, gezielte Hausbesuche, Kopien oder digitaler Unterricht - es muss gewährleistet werden, dass insbesondere die Kinder Angebote erhalten, deren Elternhäuser nicht auf die Erledigung von Schulaufgaben und die Förderung ihrer Kinder achten oder achten können. Hier braucht es Regelungen und Antworten. So  müssen etwa Schulbegleiter weiter mit Kindern arbeiten können.

Die Digitalisierung an Schulen ist ein Werkzeug und kein Selbstzweck. Entsprechend muss sie sinnvoll eingesetzt werden und kann das direkte Arbeiten mit Lehrkräften nicht ersetzen. In der Krise kann Digitalisierung vielerorts für Lösungen sorgen - für die flächendeckende Einführung müssen jedoch pädagogische Konzepte, gezielter altersangemessener Einsatz, Datenschutz und die Unabhängigkeit von Wirtschaftsmonopolen weiter die Richtschnur sein.

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