Pressemeldung Nr. 166 vom

Vogelgrippe-Virus Hans-Joachim Janßen: Pauschale landesweite Aufstallung wenig sinnvoll

Darum geht´s

Nach dem Auftauchen der hoch ansteckenden Variante des Vogelgrippevirus H5N8 in Schleswig Holstein, Baden-Württemberg und anderen Orten wurde nun auch im niedersächsischen Peine ein mit dem H5N8-Virus infizierter Wildvogel gefunden. Einige Landkreise in Niedersachsen hatten bereits vor einigen Tagen ein kreisweites oder teilweises Aufstallungsgebot angeordnet. FDP und CDU kritisieren, dass das Landwirtschaftsministerium bislang kein landesweites Aufstallungsgebot erlassen hat.

Das sagen die Grünen

Hans-Joachim Janßen, agrarpolitischer Sprecher:

Es ist richtig, dass Niedersachsen auch jetzt keine pauschale landesweite Aufstallung anordnet, sondern die Landkreise anhand der Gefährdungslage entscheiden. Die Gefährdungslage ergibt sich aus der Dichte der Nutztierbestände und falls Rast- und Überwinterungsgebiete von Wildvögeln vorhanden sind. Wichtig ist auch, ob sich in dem Gebiet Gewässer, Flüsse oder Seen befinden. Die Aufstallung - insbesondere von Gänsen und Enten - ist eine sehr einschneidende und schwierige Maßnahme: In manchen Fällen verbleibt nur die Tötung der Bestände. Auch deshalb haben weder Baden-Württemberg noch Bayern bislang trotz zahlreicher Infektionsfälle ein landesweites Aufstallungsgebot erlassen.“

„Wichtig sind vorbeugende Maßnahmen: Frisches Einstreu darf nicht im Freien lagern, Hühnerkot ist abzudecken. Auf Schadnager wie Ratten und Mäuse als Überträger ist besonders zu achten. Zudem sollten Ställe nur mit Schutzkleidung und nach Desinfektion betreten werden. So lassen sich Keimeinträge in Ställe vermeiden.“

„Eine verstärkte Vorsicht gilt auch bei der Jagd auf Wildvögel: Geschossene Vögel können das Virus in sich tragen. Deshalb ist Kleidungswechsel und Desinfektion nach der Jagd auf Wasserfederwild angesagt. In Mecklenburg-Vorpommern wurde die Jagd auf Gänse und Enten bereits auf Anordnung des Landes untersagt.“

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