Pressemeldung Nr. 744 vom

Grüne wollen "Kurswechsel" in der Hochschulpolitik

Nach dem Bewerberansturm auf die Fachhochschule Osnabrück hat die Landtagsfraktion von Bündnis 90/Grünen Wissenschaftsminister Oppermann (SPD) zu einem Kurswechsel in der Hochschulpolitik aufgefordert. "Wir brauchen deutlich mehr Studienplätze an den Fachhochschulen. Die bisherige Konzentration vor allem auf Universitäten bedeutet eine Fehlsteuerung von Landesmitteln", erklärte der hochschulpolitische Sprecher der Grünen Fraktion, Michel Golibrzuch, am Freitag in Hannover.
Weil zahlreiche Studienanfänger wegen Kapazitätsmangels von den Fachhochschulen abgewiesen würden, wichen die Bewerber auf Universitäten aus, kämen dort aber häufig nicht zurecht. Golibrzuch: "Wer vor allem an einer praxisnahen Ausbildung interessiert ist, schaltet sofort auf Durchzug, wenn er stattdessen mit Theorie konfrontiert wird." Auf diese Weise erhöhten viele abgewiesene FH-Bewerber die Studienabbrecherquote an den Universitäten.
Der Grünen-Politiker erneuerte seine Forderung, die auf die Lehre bezogenen Mittel zwischen Fachhochschulen und Universitäten nach einer leistungsbezogenen Formel zu verteilen. Bisher gilt dieses Prinzip nur für die Fachhochschulen. Maßgeblich sind zu 60 Prozent die jeweiligen Kapazitäten und zu jeweils 20 Prozent die Zahl der Studenten in der Regelstudienzeit sowie die Zahl der Absolventen. Für die Universitäten gibt es keine vergleichbare Regelung. Golibrzuch: " Eine solche Reform ist aber mehr als überfällig und muss auch Umverteilungen zwischen Fachhochschulen und Universitäten ermöglichen." Zu diesem Zweck sei die Zahl der Studierenden statt die der vorhandenen Studienplätze zu Grunde zu legen.

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