Pressemeldung Nr. 34 vom

Veranstaltungsteilnehmer kritisieren Ignoranz der Landtagsmehrheit gegenüber Denkmalschutz und haushaltspolitischer Verantwortung GRÜNE wollen effiziente und zeitgemäße Modernisierung statt Landtagsneubau

Gegen einen Neubau und für eine "energieeffiziente und zeitgemäße Modernisierung des Landtagsgebäudes" haben sich die Landtagsgrünen auf einer Veranstaltung mit mehr als 100 Fachleuten und Besuchern am Freitag (heute) in Hannover ausgesprochen. "Wer die funktionalen Anforderungen, die Kostengesichtspunkte und die energetischen Erfordernisse in Einklang bringen will, kann nur zu diesem Ergebnis kommen", sagten die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ursula Helmhold und der hannoversche Abgeordnete Enno Hagenah. Auch die berechtigten Aspekte des Denkmalschutzes und der stadträumlichen Wirkung würden für diese Lösung sprechen.

Die Grünen-Politiker werteten das große Interesse an der Veranstaltung und die rege öffentliche Diskussion als Ausdruck für die deutliche Kritik an der bisher wenig offenen Beschlusslage und Handlungsweise der Mehrheit der im Landtag vertretenen Parteien. Die Empörung, dass gerade der Gesetzgeber sich nicht an die selbst gemachten Vorgaben zum Denkmalschutzgesetz halten will, sei berechtigt. Das Standardargument fast aller unwilligen Denkmaleigentümer, die alte Bausubstanz würde die veränderten Nutzungsansprüche nicht erfüllen können, würde damit von höchster Stelle legitimiert, sagte Hagenah. Denkmalschutz wäre damit in Zukunft in Niedersachsen marginalisiert.

Landtagsumbau Fachgespräch

Die Grünen erinnerten daran, dass dem Landtag mit fünf prämierten Arbeiten aus dem Architektenwettbewerb von 2002 und vier Ankäufen "eine Vielzahl von denkmalgerechten und zugleich zeitgemäßen innovativen Umsetzungsvorschlägen für einen rundumerneuerten Plenarsaal" vorliegen. "Weiter bauen" – wie es schon der  Landtagsarchitekt Oesterlen empfahl - sei das richtige Motto für eine angemessene aktuelle Interpretation des Baus und ein wichtiger Beitrag zur Baukultur in Niedersachsen. Hagenah: "Dieses Vorgehen wäre zudem für einen deutlich geringeren Betrag an Steuergeld umsetzbar als ein Abriss und Neubau!" Für die bessere stadträumliche Einbindung zur Innenstadt und Leine sollte allerdings zunächst ein städtebaulicher Wettbewerb gemeinsam vom Landtag und der Landeshauptstadt durchgeführt werden, um die Überarbeitung der Wettbewerbsergebnisse zum Plenarsaal an dessen Ergebnis auszurichten.

Zurück zum Pressearchiv