Pressemeldung Nr. 689 vom

Grüne: "Wirtschaft soll GISMA vollständig finanzieren"

Für einen höheren Finanzierungsbeitrag der Wirtschaft zur Managerakademie GISMA hat sich am Freitag die Landtagsfraktion von Bündnis 90/Grüne ausgesprochen. "Da die von der Akademie verliehenen Abschlüsse staatlich nicht anerkannt sind, sollte das Land auf Zuschüsse an die Gesellschaft verzichten", erklärte der hochschulpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Michel Golibrzuch, in Hannover.
Der Grünen-Politiker betont, dass die GISMA eine "willkommene Ergänzung der niedersächsischen Bildungslandschaft" sein würde, wenn sie sich denn ausschließlich privat finanzierte. Jährliche Landeszuschüsse von fünf Millionen Mark seien aber "inakzeptabel", solange gleichzeitig die Mittel für die niedersächsischen Hochschulen zusammengestrichen würden. Golibrzuch: "Es ist schon erstaunlich, dass gerade die Konzernvertreter und Wirtschaftsverbände, die sonst bei jeder Gelegenheit über die hohe Staatsquote jammern und einen Subventionsabbau fordern, hier alle verfügbaren Hände aufhalten, um Landesknete abzukassieren."
Für bedenklich hält der Grünen-Abgeordnete auch, dass bisher nur wenige Studenten der GISMA bereit oder in der Lage seien, die geforderten Studiengebühren von bis zu 40.000 DM aufzubringen. Ebenfalls nicht eingelöst werden konnte bis jetzt der Vorsatz, einheimische Professoren und Gastdozenten für Lehrveranstaltungen der Akademie zu verpflichten. Golibrzuch: "Offenbar verfügt die GISMA gerade an den unterfinanzierten Universitäten nicht über die notwendige Anerkennung. Eine ausschließlich private Finanzierung der Managerschule könnte sich deshalb auch als akzeptanzfördernd erweisen."

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