Pressemeldung Nr. 475 vom

GRÜNE: SPD beschließt Nationalpark Wattenmeer "light"

Die Landtagsgrünen haben das heute (Montag) in der Umweltausschusssitzung mit SPD-Mehrheit verabschiedete neue Nationalparkgesetz für das Wattenmeer kritisiert.
"Dieses Gesetz ist der Abschied der Sozialdemokraten aus der Naturschutzpolitik im Wattenmeer", sagte die naturschutzpolitische Sprecherin Dorothea Steiner.
Die SPD habe einen Nationalpark "neuen Typs" beschlossen, der in weiten Teilen einen Freibrief für touristische, landwirtschaftliche und fischereiliche Nutzung darstelle. Den Forderungen der Inselgemeinden nach mehr Attraktivität durch Golfplätze, vergrößerte Flugplätze und der Ausweitung der touristischen Zonen sei zu Lasten geschützter Flächen in vollem Umfang nachgegeben worden. Stärkere touristische Nutzung in den Kernzonen beeinträchtige gerade die Flora und Fauna, die den Lebensraum Wattenmeer so einzigartig mache. Der Landwirtschaft sei per Gesetz die Beweidung der Salzwiesen im Deichvorland zugestanden worden, und die Muschelfischerei werde auf Dauer im Nationalpark in großem Ausmaß möglich sein.
Steiner: "Mit Blick auf den anstehenden Kommunalwahlkampf wird an der Küste ein Nationalpark light eingerichtet. Die SPD betreibt damit eine unseriöse und völlig unglaubwürdige Politik zum Nachteil des Naturschutzes."
Umweltminister Jüttner habe angekündigt, dass die bereits an die Europäische Kommisssion gemeldeten FFH-Gebiete im Bereich des Nationalparks verkleinert werden sollen, um die Golfplatzplanungen der Inselgemeinden zu ermöglichen. Grünen-Politikerin Steiner will dagegen alle Möglichkeiten nutzen, um die Beschneidung der FFH-Flächen zu verhindern.

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