Statement:Grüne: Mehr Sachlichkeit statt Polemik im Umgang mit dem Wolf
Der Bundesrat hat heute den Weg dafür frei gemacht, den Wolf ins Bundesjagdgesetz aufzunehmen.
Der Bundesrat hat heute den Weg dafür frei gemacht, den Wolf ins Bundesjagdgesetz aufzunehmen. Dazu sagt Anne Kura, Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Naturschutz der Grünen Landtagsfraktion Niedersachsen:
Es ist wichtig, dass in problematischen Situationen mit Wölfen schneller und gezielter gehandelt werden kann. Die Aufnahme ins Jagdgesetz darf jedoch kein Freifahrtschein für eine pauschale Bejagung sein. Entscheidend ist ein differenziertes Vorgehen: Schnelle, gezielte und rechtssichere Entnahmen von Problemwölfen dort, wo sich trotz Herdenschutz Nutztierrisse häufen und Zurückhaltung in unauffälligen Territorien. Denn der Großteil der Rudel verursacht keine oder nur geringe Schäden.
Es braucht in der Debatte mehr Sachlichkeit statt Polemik. Der Wolf ist ein Wildtier, mit dem wir verantwortungsvoll umgehen müssen. Er ist wieder Teil unserer heimischen Natur – und er wird bleiben. Das ist ein Erfolg des Artenschutzes und ökologisch sinnvoll. Der Wolf bleibt eine geschützte Tierart und wir sind verpflichtet, den guten Erhaltungszustand zu sichern. Gleichzeitig müssen wir die Konflikte, die daraus entstehen, lösen.
Niedersachsen zeigt, wie gemeinsam mit Weidetierhaltung und Naturschutz konstruktive Lösungen erarbeitet werden können: Die wichtigste Maßnahme bleibt der Herdenschutz. Niedersachsen unterstützt Weidetierhalter*innen mit einer unbürokratischen Pauschalprämie für den Unterhalt von wolfsabweisenden Zäunen und Herdenschutzhunden. Hinzu kommen verlässliche Entschädigungen und klare, rechtssichere Möglichkeiten zur Entnahme von Problemwölfen. Genau darauf kommt es jetzt auch bundesweit an. Im Jagdgesetz des Bundes bleiben einige ungelöste und auch kritische Punkte, etwa ein zu großer Radius für den Abschuss eines Tieres um ein Rissgeschehen, denn dadurch steigt das Risiko, unauffällige Wölfe zu erfassen, funktionierende Rudelstrukturen zu zerstören und damit neue Nutztierrisse zu befördern. Unser Ziel bleibt ein möglichst konfliktarmes Zusammenleben von Mensch, Weidetierhaltung und Wolf.