Pressemeldung Nr. 81 vom

Keine Zukunft für Atomstandort Lingen Grüne: Lücken im Atomausstieg schließen

Darum geht’s

Eine Delegation der Grünen Landtagsfraktion hat gestern (Mittwoch 18.05.2016) die Brennelementefabrik und das stillgelegte Atomkraftwerk Lingen besichtigt. Die Fraktionsvorsitzende Anja Piel, der regionale Abgeordnete, Volker Bajus, sowie die atompolitische Sprecherin, Miriam Staudte, trafen sich im Anschluss mit engagierten Grünen und Anti-Atom-Initiativen aus der Region.

Das sagen die Grünen

Anja Piel, Fraktionsvorsitzende

„Der Atomausstieg ist lückenhaft: In Lingen werden weiterhin mit unbefristeter Genehmigung Brennelemente produziert. Hier muss das Atomrecht geschärft werden, dafür werden wir uns auch auf Bundesebene einsetzen.“

Volker Bajus, regionaler Abgeordneter für das Emsland

„Deutschland steigt aus, aber wir exportieren weiter Atombrennstoffe in Pannenreaktoren im benachbarten Ausland. Das kann nicht sein. Die Herstellung von Brennelementen im Emsland sollte auslaufen, allerspätestens wenn die letzten AKWs in Deutschland abgeschaltet werden.“

Miriam Staudte, atompolitische Sprecherin

„Der Rückbau der Atomkraftwerke wird noch viele Jahre dauern. Wichtig ist auch beim stillgelegten AKW Lingen, dass die Anwohnerinnen und Anwohner die Planungen verfolgen und kritisch begleiten können. Deshalb stellen wir mit dem Landeshaushalt 2016 erstmals Mittel bereit, die betroffene Landkreise für eine zusätzliche Bürgerbeteiligung nutzen können.“

Zum Hintergrund

Die Brennelementfabrik Lingen verfügt über eine unbefristete Betriebsgenehmigung und fertigt Brennelemente für Atomkraftwerke im In- und Ausland an.

Das Atomkraftwerk Lingen I wurde bereits 1977 außer Betrieb genommen, nun soll es zurückgebaut werden. Der Rückbau soll rund 20 Jahre dauern. Der stillgelegte Reaktor befindet sich seit 28 Jahren im sogenannten Sicheren Einschluss. Ende letzten Jahres hat das niedersächsische Umweltministerium die erste Teilgenehmigung für den Rückbau erteilt.

Landkreise, deren Einwohner vom Rückbau eines Atomkraftwerks betroffen sind, können beim niedersächsischen Umweltministerium Mittel für eine begleitende Öffentlichkeitsbeteiligung beantragen. Ziel ist eine wechselseitige Information der Beteiligten, die zusätzlich zu den formalen Beteiligungsverfahren stattfindet. 

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