Pressemeldung Nr. 617 vom

GRÜNE: Homosexualität in der Schule nicht tabuisieren

Die Landtagsgrünen fordern die Landesregierung auf, der Tabuisierung von Homosexualität in der Schule offensiv entgegenzuwirken. Auch im Unterricht sollte in Zukunft vorurteilsfrei über gleichgeschlechtliche Lebensweisen informiert werden, sagte die Grünen-Abgeordnete und Vizepräsidentin des Landtages Brigitte Litfin am Mittwoch (heute) in Hannover. "Schwuler ist eines der häufigsten Schimpfwörter in Pausenrangeleien. Die Diskriminierung hat ihre Ursache vor allem in Unkenntnis, im Verschweigen und in falscher Scham."
Litfin fordert eine Überarbeitung der Rahmenrichtlinien für alle Schulen und alle Fächer mit dem Ziel, dass lesbische und schwule Lebensweisen nicht verschämt erwähnt, sondern auch zum Thema des Unterrichts werden. Entsprechend sollten Schulbücher abgefasst sein.
Die Grünen-Politikerin fordert zudem die Überarbeitung der Lehreraus- und fortbildung, auch mit dem Ziel, Vertrauenslehrer in die Lage zu versetzen, homosexuellen Schülern zu helfen. Litfin: "Statistisch sitzen in jeder Klasse mindestens zwei homosexuelle Schüler oder Schülerinnen. Deren Entwicklung ist durch die häufigen Diskriminierungen in den Schulen stark beeinträchtigt".
Ein Entschließungsantrag mit den Forderungen der Grünen wird in der nächsten Woche den Landtag beschäftigen.

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