Pressemeldung Nr. 281 vom

Grüne: CDU-Jagd auf Schulschwänzer erziehungsfeindlich Pädagogisches Problem nicht kriminalisieren

Eine “Pädagogik-Niete“ schelten die Landtagsgrünen den niedersächsischen CDU-Chef Christian Wulff nach dessen Aufruf an die Behörden, Schulschwänzen konsequent als Ordnungswidrigkeit zu verfolgen. Mit dieser „Null-Toleranz-Strategie“ und der Forderung nach verschärfter Androhung rechtlicher Folgen rücke die CDU ein pädagogisches Problem in die Nähe kriminellen Handels, sagte die bildungspolitische Sprecherin Brigitte Litfin am Montag in Hannover. Der Aufruf zum kurzen Prozess und die Denunziation von Schulschwänzern als Sozialhilfeempfänger von morgen, sei erziehungsfeindlich, weil er den Betroffenen keine Chance einräume. Eltern und Lehrern würde pauschal das Misstrauen erklärt. „Der CDU-Chef führt sich als Oberlehrer auf“, sagte Litfin. „Den Erziehern, die sich mit unmotivierten, leistungsschwachen oder pessimistischen Schülern auseinandersetzen müssen, leistet er keine Hilfe.“ Vielmehr müsse gefragt werden, warum immer mehr Jugendliche die Schule nicht mehr als den Ort ansehen, dessen Aufsuchen sich lohnt.
Schon die Themen „Gewalt unter Schülern“ oder „Handybenutzung“ hätten gezeigt, dass sich die erzieherische Weisheit der CDU vornehmlich aus Verbots- und Strafkatalogen speist, sagte Litfin. Ginge es nach Wulff, müssten die Lehrer künftig zu Hilfssheriffs ausgebildet werden.

Zurück zum Pressearchiv