Pressemeldung Nr. 35 vom

Revisionen der Atomkraftwerke Grohnde und Lingen Grüne: Atomkraft ist nicht systemrelevant

Darum geht’s

Auf Antrag der Grünen hat die Landesregierung heute im Umweltausschuss unterrichtet, wie die aktuell laufende Revision des Atomkraftwerks Grohnde unter Corona-Schutzauflagen umgesetzt wird. Die Grünen hatten im Vorfeld gefordert, die Revisionen in den Atomkraftwerken Grohnde und Lingen vorerst auszusetzen, um Infektionsrisiken in den Atomanlagen zu vermeiden.

Das sagen die Grünen

Miriam Staudte, stv. Fraktionsvorsitzende und atompolitische Sprecherin

„Wir halten es nach wie vor für falsch, die Revision im Atomkraftwerk Grohnde auf Biegen und Brechen in der aktuellen Corona-Gefährdungslage durchzuführen. Trotz Nachfrage bleibt weiter unklar, welche vorgesehenen Prüfungen oder Reparaturen angesichts der beschränkten Mitarbeiterzahl in der Revision nun nicht durchgeführt werden.

Dass das AKW Grohnde für die Stromversorgung tatsächlich unverzichtbar ist, bezweifeln wir: Wenn das AKW während der sechs Wochen der Revision entbehrlich ist, wird sein Strom auch generell nicht benötigt. Wie die Landesregierung heute zugab, gab es auch keine schriftliche oder eindeutige Einschätzung der Bundesnetzagentur zur Systemrelevanz der niedersächsischen AKWs.

Das AKW Emsland liegt im Netzengpassgebiet, wo deswegen regelmäßig Windanlagen abgeschaltet werden müssen. Die Stromversorgung ist also sicher, daher sollte die Revision aus Infektionsschutzgründen dringend bis zum Abklingen der Corona-Pandemie verschoben werden und die AKW so lange abgeschaltet bleiben.“

Zum Hintergrund

Im Vorfeld der Revision hatte das Umweltministerium mitgeteilt, die Bundesnetzagentur müsse entscheiden, ob die Atomkraftwerke systemrelevant sind. Davon hänge ab, ob die Revisionen angesichts der Corona-Gefährdung verschoben werde.

Zurück zum Pressearchiv