Pressemeldung Nr. 344 vom

"Glogowski ein Jäger und Sammler der Neuzeit" - Grüne: "Befangenheitsvorwurf dient der Geschäftsordnungs-Guerilla der SPD"

"Fehlendes Unrechtsbewußtsein" attestiert die Landtagsfraktion von Bündnis 90/Grüne dem ehemaligen Ministerpräsidenten Gerhard Glogowski nach seinem ersten Auftritt im Untersuchungsausschuss. "Soweit er sich überhaupt erinnern kann, beruft Glogowski sich in Grenzfragen stets auf eine Art Braunschweiger Landrecht", erklärte der Grünen-Abgeordnete Michel Golibrzuch am Montag in Hannover.
Offenbar wolle Glogowski bis heute nicht zur Kenntnis nehmen, dass gerade die unzulässige Vermengung von Dienstlichem und Privatem seinen Sturz befördert habe. "Mit Blick auf Aufsichtsratsmandate hat er sich verhalten wie ein Jäger und Sammler der Neuzeit", so Golibrzuch. Wenn Glogowski zu Beginn der Sitzung voller Larmoyanz und Selbstmitleid auf seine 16-Stunden-Tage als Ministerpräsident abgehoben habe, sei dies mit der gleichzeitigen Wahrnehmung von einem Dutzend Aufsichtsratsposten nur schwer in Einklang zu bringen.
Den vom Glogowski-Anwalt erhobenen Vorwurf der Befangenheit weist der Grünen-Abgeordnete zurück. "Herr von Fromberg ist ein Schlawiner, denn seine Erklärung heute war genauso politischer Art wie es meine Bewertungen sind", so Golibrzuch. Offenbar habe der Anwalt lediglich neue Munition liefern wollen für "die Geschäftsordnungs-Guerilla der SPD-Ausschussmehrheit". Golibrzuch: "Ich fühle mich ganz unbefangen."

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