Pressemeldung Nr. 981 vom

Dem Leeraner Hafen bleibt die Luft weg

Nach dem großen Fischsterben in Leer befürchtet die Abgeordnete Meta Janssen-Kucz, das das Thema nach kurzem öffentlichen Interesse bis zum nächsten Fischsterben wieder in Vergessenheit gerät.
Janssen-Kucz: "Die ökologische Katastrophe im Leeraner Hafen ist hausgemacht. Wer glaubt durch Pumpen und Verlagerung des Schlicks das Problem dauerhaft zu lösen irrt. Der Schlick entsteht nicht im Hafen, sondern wird als Folge der Emsbaggerungen und des Emsausbaus hereingetragen. Die Landesregierung ist in die Verantwortung zu nehmen."
Das Land Niedersachsen fördert die Sanierung des Hafens mit 5 Mio. DM aus Strukturmitteln der EU. Neben der Erneuerung der Hafenschleuse, dem Ausbau einer Hafenbetriebs- und Verkehrszentrale soll ein Pumpsystem eingerichtet werden, um den Schlick aus dem Hafen zu befördern und den Wasserstand zu erhöhen.
"Das Niedersächsische Landesamt für Ökologie stuft die Ems als "sehr verschmutzt" ein. Ems und Leda sind verschlickt. Durch die Baggerungen wurde die Tydedynamik des Flusses verändert. Schlick herauspumpen ist keine Dauerlösung - das Übel wird nicht an der Wurzel gepackt", stellt Meta Janssen-Kucz fest.
In einer kleinen Anfrage möchte die grüne Abgeordnete von der Landesregierung wissen, ob diese einen Zusammenhang zwischen dem Fischsterben und den Bedarfsbaggerungen zur Schiffsüberführung sieht. Des weiteren fragt sie, ob neben den ökonomischen auch die ökologischen Aspekte bei der Förderung berücksichtigt wurden und in eine Gesamtkonzept zur Hafensanierung einfließen.
Janssen-Kucz:"Ich erwarte, dass seitens der Landesregierung mit der gleichen Vehemenz für das Überleben von Fauna und Flora im Bereich der Flüsse, Häfen und Siele gekämpft wird wie in der Vergangenheit für die wirtschaftlichen Aspekte. Das Kind ist in den Brunnen gefallen - die Landesregierung sollte erklären, wie sie beabsichtigt es wieder herauszuziehen."
Als Anlage dokumentieren wir die Kleine Anfrage von Meta Janssen-Kucz

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