Kitas dürfen nicht länger ein blinder Fleck der Landesregierung sein Bajus: Wo bleibt Tonnes Kurswechsel zum Schutz der Kleinsten?

In einer Protestaktion hat die Gewerkschaft Ver.di die Landesregierung am Mittwoch (18. November) aufgefordert, in den Kitas für mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen für die Erzieherinnen und Erzieher zu sorgen.

Dazu Volker Bajus, familienpolitischer Sprecher der grünen Landtagsfraktion:

Die Kritik und Forderungen von Verdi sind völlig berechtigt. Die Kitas sind besonders in der Corona-Krise der blinde Fleck in der Familien- und Bildungspolitik der Landesregierung. Die dritte Erziehungskraft fehlt vielerorts noch immer. In keinem Bildungsbereich geben so viele den Erziehungsberuf auf. Wir brauchen in den niedersächsischen Kitas mehr Personal, damit die hohe Arbeitsbelastung der Mitarbeitenden reduziert wird. Die Grünen schlagen deshalb für den Haushalt 2021, über den im Dezember entschieden werden soll, erhebliche zusätzliche Finanzmittel vor.

Nach seinem Kurswechsel bei Schulen mit einer ersten Finanzspritze für mehr Personal und mehr Corona-Schutz ist auch für die Kitas ein Kurswechsel überfällig. Kultusminister Tonne darf sich auch bei den Kitas nicht länger vor der Verantwortung  drücken. Mir ist völlig unbegreiflich, warum der Minister jetzt endlich ein Hilfsprogramm für die Schulen auf den Weg bringt, nicht aber für die Kleinsten und ihre Erzieherinnen und Erzieher.

Hintergrund

Seit Jahren wird in Niedersachsen um eine bessere  personelle Ausstattung in den Kindertagesstätten gerungen. Die Grünen setzten vor allen Dingen auf mehr Qualität durch mehr Betreuungspersonal. Die große Koalition aus SPD und CDU hat sich einseitig auf die Beitragsfreiheit für die Kitabetreuung konzentriert. Die Einführung der verbindlichen dritten Erziehungskraft in Kinderkrippen soll nun erneut auf 2025 verschoben werden.

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